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Chronik
Schützenvereins Natrup-Hilter
erzählt von
Friedrich Steffen & Willi Jostes
Keimzelle des Schützenvereins war eine nach dem Ende des 1. Weltkriegs entstandene Vereinigung ehemaliger Soldaten unter dem Namen „Geselligkeit“, zunächst bestehend aus Friedrich Larmann, Willi Krieg, Friedrich Brinkmann und Willi Beinkämpen. Sie waren die Gründungsväter des Schützenvereins.
Im Mai 1922 wurde in einer öffentlichen Versammlung der Schützenverein Natrup-Hilter aus der Taufe gehoben. Eine größere Anzahl Mitglieder trat sofort bei und es wurde einstimmig der Beschlussgefasst, noch in demselben Jahre 1922 ein Schützenfest zu feiern. Zum Präsidenten und ersten Vorsitzenden wurde einstimmig der Erbhofbauer Friedrich Larmann gewählt. Zweiter Vorsitzender wurde Willi Krieg, erster Schriftführer Wilhelm Kombrink, zweiter Fritz Brinkmann, erster Kassierer Heinrich Rodefeld, zweiter Hermann Niemann.
Man war sich auch schnell darüber einig, den Schützenplatz an den Waldrand am „Jericho“ zu legen, ein schönes Stückchen Erde, was uns Natrupern gegeben ist.
Etwa 4 Wochen später wurde wieder eine Versammlung einberufen und der Schützenplatz kam endgültig zum Jericho. Das Offizierskorps, welches jetzt auch gewählt wurde, bestand nur aus alten, aktiv gedienten Soldaten.
Major wurde als alter Ulan Heinrich Steffen, Hauptmann der Gardist Franz Kammann und Feldwebel wurde der 6 Jahre hintereinander in Frieden und Krieg gediente Infanterist Heinrich Hilgemann.
Es galt nun, den bestimmten Schützenplatz zu einem Festplatz und einem Scheibenstand auszubauen. Sehr viele Erdarbeiten galt es zu bewältigen. Geld war nicht vorhanden, nur mit freiwilligen Arbeitsdiensten konnten man das Ziel erreichen. Alle diese Arbeiten wurden vom ältesten bis zum jüngsten Schützenbruder freudig und tatkräftig ausgeführt.
Das Schützenfest sollte am Sonnabend, dem 1. September mit dem Abholen des Adlers und einem Zapfenstreich eröffnet werden. Der folgende Sonntag, 2. September, wurde als Hauptfesttag ausersehen.
Im Sommer desselben Jahres beteiligte sich der junge Verein schon mit an der Fahnenweihe des Schützenvereins Heidland-Strang. Wiederum 14 Tage später besuchte er das Schützenfest in Erpen-Timmern, welches ebenfalls mit einer Fahnenweihe verbunden war. Unser Verein stiftete dazu einen Fahnennagel.
Die Zeit unseres ersten Schützenfestes kam näher. Der Scheibenstand, zwar etwas behelfsmäßig, war fertiggestellt. Die Schießpreise zu diesem ersten Feste waren schon zur Genüge gestiftet. Der Auftakt konnte beginnen.
Am Sonntag, dem 26. August war die Schützenfestvorfeier. Auch eine Musikkapelle, das Teutoburger-Wald-Orchester, 8 Mann stark, hatte man zu diesem Tage verpflichtet. Um 2 Uhr stand das Schützenbataillon auf dem Hofe des Präsidenten bei schönstem Sonnenschein angetreten. Einem Verwandten des Präsidenten, der hier aus Amerika zu Besuch weilte, widmete der 2. Vorsitzende Willi Krieg herzliche Begrüßungsworte, wofür dieser sich, offensichtlich gerührt, u. a. mit den Worten bedankte: „Sie können versichert sein, ich bin seit 36 Jahren in Amerika, aber mein Herz schlägt immer noch deutsch mit Ihnen“, worauf das Lied „Ich hab mich ergeben mit Herz und mit Hand“ folgte. Dieser Akt war wirklich ein schöner und würdiger Anfang für unsere Natruper Schützen.
Und nun ging es zum ersten Mal mit schmetternder Marschmusik hinauf zu unserem Schützenplatz im Jericho. Das Preisschießen auf dem neuen Scheibenstand wurde eröffnet. Auch eine Scheibe zum Ausschießen eines Königs war aufgestellt. Eifrig wurde auf alle Scheiben geschossen. Inzwischen spendierte der Deutsch-Amerikaner, von uns „der Dollarkönig“ genannt, ein FassGerstensaft. Als Sieger des Königsschießens ging Wilhelm Hölschermann hervor. Eigentlich war er Bierkönig, aber die Schützen wollten ihr erstes Schützenfest nicht ohne Schützenkönig beginnen und so wurde die „Gerstensaft-Majestät“ kurzerhand für eine Woche auf den Schützenthron gehoben. Adjutant wurde Schützenbruder Friedrich Rüter. Wilhelm Hölschermann ging damit als erster Schützenkönig, wenn auch nur für eine Woche, in die Natruper Schützengeschichte ein.
In fröhlicher Stimmung und mit klingendem Spiel ging es hinunter ins Tal, wo unser erster König, mit Blumen bestreut, stürmisch begrüßt wurde.
Das „Iburger Kreisblatt“ berichtete damals über die so schön verlaufene Vorfeier und wünschte auch weiterhin dem jungen Verein das Allerbeste.
Das Schützenfest am darauf folgendenSonnabend und Sonntag stand wiederum unter einem guten Stern. Die Hauptbedingung, gutes Wetter, war erfüllt. Mit dem Abholen des Adlers, den der junge Schützenbruder Friedrich Steffen angefertigt hatte, fing das Fest an. Ein schöner Kommers in den Festzelten auf unserem Schützenplatz folgte, natürlich fehlten auch die Walzerklänge nicht. Am Sonntag marschierte ein langer Festzug, etwa 200 Mann stark - nur der Schützenkönig wurde mit seinem Adjutanten gefahren - durch ganz Natrup, auch über die Stapelheide, in einem zweistündigen Marsch bis hinauf zu unserem Festplatz. Nach den Ansprachen unseres Präsidenten, des Königs und auch des Majors, begann das Preis- und Adlerschießen. Der Adler rüttelte und schüttelte sich, wollte aber nicht fallen, so dasszuletzt mit Salven auf ihn geschossen wurde, bis er unten lag. Wer hatte ihn nun abgeschossen? Schließlich wurde der Schützenbruder und zweite Kassierer Hermann Niemann König, weil er bei der letzten Salve „nachgekleckert“ und somit den letzten Schuss abgegeben hatte. Zu seinem Adjutanten wählte er sich Gustav Röckener. Als Hermann I. wurde er dann gekrönt. Laut Beschlussdes Vereins sollte es Königinnen und auch Ehrendamen bei uns nicht geben. Ein gut besuchter Festball bildete den Abschlussunseres ersten Schützenfestes.
Auf alle Fälle konnte dieses erste Fest als ein durchschlagender Erfolg gebucht werden. Das bestätigte auch die Abrechnung am darauf folgendenDonnerstag. Bei dieser Gelegenheit gratulierte der Präsident unserem Vereinswirt Gustav Holtmann mit passenden Worten zum Familienzuwachs durch ein kleines Mädchen.
Trotz dieser Erfolge begab der Verein sich für dieses Jahr noch nicht zur Ruhe. Anfang Dezember wurde im Schäfferschen Saale ein gemütlicher Abend veranstaltet, verbunden mit Theater und Tanz. Dassdie Natruper über so gute Theaterspieler verfügten, hatten viele Einwohner bisher noch nicht gewusst.
Das Vereinsgründungsjahr 1922 ging damit zur Neige.
ANNO 1923
Dieses Jahr war der Höhepunkt der Inflation. Unser Geld wurde immer mehr entwertet. Mit banger Sorge sah jeder in die Zukunft. Doch unentwegt, wie nun einmal die Jugend ist, wurde an der Vervollkommnung unseres jungen Vereins gearbeitet.
Was kümmerte uns der Stand des Dollars! Schützenfest sollte trotz allem auch in diesem Jahr gefeiert werden. Als dann im Frühjahr sogar von der Anschaffung einer Vereinsfahne gesprochen wurde, schüttelten manche älteren Leute nur noch mit dem Kopf. In einer einberufenen Versammlung wurde jedoch endgültig die Anschaffung dieser Vereinsfahne genehmigt. Die bald darauf erfolgte Sammlung in der Gemeinde Natrup brachte ein gutes Ergebnis und dieses Geld musstewegen der immer weiteren Entwertung nun möglichst schnell an den Mann gebracht werden.
Der Inhaber des Fahnengeschäftes Evering in Osnabrück, Herr Dense, besuchte am Himmelfahrtstage desselben Jahres unsere im Vereinslokal abgehaltene Versammlung und wurde nach vielem Hin und Her für eine Million Mark, die derselbe sofort ausbezahlt erhielt, mit der Lieferung der Fahne beauftragt. Als Fahnenspruch wurde der Vorschlag unseres Schriftführers, Schützenbruder Wilhelm Kombrink, „Solange Deutschlands Eichen stehn, wollen wir nicht untergehn“, angenommen.
Das Schützenfest nebst Fahnenweihe wurde auf den 13., 14. und 15. Juli festgesetzt. Eine Anzahl auswärtiger Vereine wurde dazu eingeladen. Leider war der Juni dieses Jahres sehr unfreundlich, immer Regen und dabei noch enorm kalt. Die Presse wollte damals wissen, dasses der kälteste Juni seit weit über 200 Jahren gewesen sei. Und wahrhaftig, kein Mensch weinte auch bei uns diesem „Rosenmonat“ eine Träne nach. Erst am Johannistage kam endlich eine Wandlung und nun brach eine enorme Hitze aus, die unserer Fahnenweihe dann zum Verhängnis wurde.
Die bestellte Fahne wurde nach der Fertigstellung noch einige Tage im Schaufenster „Evering“, Osnabrück, ausgestellt und wurde dann vom Schützenbruder Friedrich Steffen, der damals seinen Arbeitsplatz in Osnabrück hatte, abgeholt. Jeder Bürger von Natrup und Hilter hatte nun noch Gelegenheit, die Fahne bis zum Feste im Schaufenster des Kaufhauses Eggers zu besichtigen.
Eine Fahnenweihe ist immer ein besonderer Tag in der Geschichte eines Vereins. Die ganze Gemeinde rüstete zu diesem Tage. Als dann am Sonnabend, als Auftakt des Festes, der Verein beim Vereinslokal zur Abholung der Fahne antrat, prangte Natrup bereits im Fahnenschmuck. Ehrenbogen ragten empor und Girlanden flatterten in der erfreulichen Kühle dieses Sommerabends, nach des Tages strenger Hitze. Diese Hitze dauerte schon fast 3 Wochen. „Hoffentlich kommt nun nicht gerade morgen auf unserer Fahnenweihe das schon seit Tagen befürchtete Gewitter!“, das war auch bei unserem anschließenden Kommers in den Festzelten unsere einzige Sorge.
Am anderen Tage, unserem Hauptfesttage, brannte die Sonne heiß hernieder. Morgens hatten das Fest- und das Schießkomitee noch sehr viel zu erledigen, denn die vielen auswärtigen Vereine sollten auch zu ihrem Recht kommen.
Pünktlich zur angegebenen Zeit, teils mit Musikkapellen und sogar beritten, trafen die auswärtigen Vereine hier ein. Sie stellten sich, bei Bauer Röckener angefangen, auf und programmmäßigsetzte sich der stolze Festzug in Bewegung. Alles klappte wie am Schnürchen. Nur die Gewitterwolken, welche immer drohender wurden, wirkten sehr beunruhigend. Unser Präsident, der sich wegen eines Trauerfalls an dem Festzug nicht beteiligen konnte, wollte uns wahrscheinlich Mut einflößen und rief uns zu: „Nur keine Angst, das Gewitter zieht ab !“ - Aber mit des Geschickes Mächten ist kein ew’ger Bund zu flechten! -
Als es dann los ging, hatten wir trotz allem noch Glück im Unglück: Das Gewitter entlud sich mit Sturm und Regen erst bei unserer Ankunft auf dem Moore, wo wenigstens alles mit Mann und Roß und Wagen in die dort liegenden Häuser flüchten konnte, um das Unwetter über sich ergehen zu lassen. Schlimmer als in einer Schlacht flog der stolze Festzug auseinander. Als dann das Gewitter vorbei war, gruppierten sich sämtliche Vereine erneut zu einem geschlossenen Zuge und marschierten nach oben zu unserem Festplatz. Hier konnte man sehen, wie gewaltig der Gewittersturm gewütet hatte. Die Zelte waren sozusagen enthauptet. Fast sämtliche Planen hatten sich gelöst und waren vom Sturm fortgerissen. Im übrigen war der Platz ziemlich trocken geblieben und der Festakt, die Fahnenweihe, konnte wie vorgesehen stattfinden.
Die Weiherede hielt Fabrikant Walter Rau. Er betonte u. a. in seiner Ansprache, dasstrotz der schlechten Zeit wir Deutschen noch immer ein Recht hätten, Schützenfeste zu feiern. Auch den Sinn des Deutschland-Liedes, welches gemeinschaftlich gesungen wurde, erläuterte er in eingehenden Worten vor den angetretenen Schützenvereinen. Mehrere Vereine stifteten Fahnennägel. Der Hofmarschall des Schützenvereins Erpen-Timmern, Herr Lehrer Varwig, prägte bei der Nagelung der Fahne den Satz, den wir in späteren Jahren so oft noch wegen des schlechten Wetters ausgesprochen haben: “Trotz Donner und Blitz, fest im Sitz. Geradeaus die Fahrt, das ist Schützenart !“ Der 2. Vorsitzende Willi Krieg übergab die Fahne unserem Fahnenträger Georg Blanke, der bereits in einer Versammlung dazu gewählt worden war. Trotz der enthaupteten Zelte herrschte unter den vielen Vereinen eine fröhliche Schützenstimmung, welche bis spät in die Nacht anhielt.
Am Montag wurde weitergefeiert. Die Königswürde errang in diesem Jahre Schützenbruder Heinrich Lüne. Er war es leid, unbeweibt zu repräsentieren und wollte unbedingt eine Schützenkönigin haben. Der Vereinsvorstand, der gegen den Einzug der „Emanzipation“ im Natruper Schützenverein war, gab schließlich nach. Heinrich Lüne hatte sich durchgesetzt, seine Frau Marie wurde erste Schützenkönigin in Natrup und auch der Adjutant bekam einen weiblichen „Aufpasser“. Der neue König wurde als Heinrich I. gekrönt, worauf er dann eine kernige Ansprache hielt. Zu seinem Adjutanten wählte er sich Schützenbruder Friedrich Warning. Ein gutbesuchter Ball bildete den Abschlussdieses Festes.
Da auch zu diesem Schützenfeste die Preise hauptsächlich wieder gestiftet waren, kaufte wegen der Inflation der Schriftführer Wilhelm Kombrink von dem Überschuss sofort Preise für das nächstjährige Schützenfest. Das Geld war somit wenigstens wertbeständig angelegt.
In der ersten Versammlung nach diesem Feste, die jetzt wieder von unserem Präsidenten Friedrich Larmann geleitet wurde, wählte man für den verzogenen ersten Kassierer den Schützenbruder August Grünkemeyer zum ersten Kassenwart.
Zu dieser Zeit notierte der amerikanische Dollar schon weit über eine Million deutsche Mark und täglich, es ging jetzt mit Riesenschritten, stieg der Dollar höher bis in die Milliarden und zuletzt sogar in die Billionen. Ein Gedicht, welches damals in der Zeitung zu lesen war und mir in Erinnerung geblieben ist, sei hier noch wiedergegeben:
Wenn die Valuta fällt,
schreit die Welt:
„In nächster Stunde
gehen wir zugrunde“.
Wenn die Valuta steigt,
man auch nicht schweigt.
Man spricht von Krachen
und Pleite machen.
Bleibt die Valuta stehn,
kannst du die Leute sehn,
alten Jammer wiederkauen,
trostlos in die Zukunft schauen.
Frau Valuta denkt und lacht,
hab ich’s euch nicht Rechtgemacht ?
Nun, ich steig und falle munter,
rutscht mir den Buckel runter.
Endlich wurde hier Einhalt geboten. Durch den damaligen Reichskanzler Dr. Gustav Stresemann und den Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht wurde die Rentenmark als feste Währung eingeführt.
Am 1. Oktober 1923 kam sie in den Verkehr. Diese Stabilisierung der Mark brachte natürlich enorme Umwälzungen im Wirtschafts- und nicht zuletzt auch in unserem Vereinsleben mit sich. Etliche Vereine, auch in unserer Gegend, sind in der damaligen Zeit in Schulden geraten.
Aber wir, in unserem Schützenverein, konnten mit Optimismus dem neuen Jahr entgegensehen.
Der Geist in unserem Verein war gut.
Obwohl das verflossene Jahr für unseren Verein durchaus mit Erfolg gekrönt war, so nahmen wir doch mit innerem Wehmut von diesem Inflationsjahr 1923, wo wir auf unseren Versammlungen für eine Zigarre 100 Milliarden Mark zahlten, für immer Abschied.
Anno 1924
Anfang Januar wurde die übliche Generalversammlung abgehalten. Der gesamte Vorstand wurde einstimmig durch Zuruf wieder gewählt. Ferner wurde beschlossen, zwar nicht einstimmig, aber doch mit Mehrheit, dassbei den künftigen Schützenfesten eine Königin sowie auch eine Ehrendame dem Hofstaat angehören sollen. Außerdem soll das nächste Schützenfest 3 Tage, Sonnabend, Sonntag und Montag, gefeiert werden.
Es hieß jetzt sparsam zu wirtschaften. Die neue Rentenmark war außergewöhnlich knapp. Der Zinsfuß für geliehene Gelder betrug in den ersten Monaten des neuen Jahres 20 %.
Trotzdem wurde im Februar desselben Jahres im Schäfferschen Saale wieder ein Schützenball gefeiert. Die Theaterspieler, allen voran der junge Schützenbruder Friedrich Rodefeld, hatten sich diesmal sehr viel Arbeit gemacht. Stürme der Heiterkeit und wahre Lachsalven wurden bei der Aufführung entfesselt. Die immer wieder gespielten neuen Schlager: „Ich möchte einmal...“ und „Zum Schlussschuf der liebe Gott den Kuss“ imponierten an dem Abend der Gesellschaft immer von neuem.
Leider musste aus technischen Gründen das diesjährige Schützenfest schon am 10., 11. und 12. Mai, also sehr früh, stattfinden.
In der letzten Woche vor diesem Feste war das Wetter noch sehr schlecht. Sogar kalte Aprilschauern wechselten einander ab. Der Sonnabend aber brachte dann den schönsten Sonnenschein.
Beim Abholen des Adlers am Sonnabend ließ es sich unser Präsident, obwohl er in der Nachbarschaft eine Hochzeit mitfeierte, nicht nehmen, selbst herüberzukommen und das Fest mit einleitenden Worten zu eröffnen. Vom Schützenbruder Friedrich Steffen aus ging es dann mit dem Adler hinauf zum Festplatz. Beim Heruntermarschieren nach dem Kommers wurde im Hause des Adjutanten Friedrich Warning und auch noch in der königlichen Residenz Rast gemacht. Bei einigen hatte der gute Tropfen schon zu vielgewirkt. So ging es auch dem Paukenschläger von unserer Musikkapelle. Er konnte nur noch im Liegen auf seine Pauke hauen.
Am Sonntag war wieder der übliche Festzug. Oberst Steffen war in Trauer gekommen und deshalb stieg unser Präsident als Kommandeur in den Sattel. Nachmittags auf dem Festplatze herrschte wieder das übliche Treiben: Schießen nach Adler und Scheiben, auch die Kinder kamen zu ihrem Recht. Kinderbelustigung gab es auch damals schon. Ein gutbesuchter Ball bildete den Abschlussdes ersten Festtages.
Am zweiten Festtage gab unser 2. Vorsitzender Willi Krieg den Königsschussab. Zur Königin wählte er sich Frl. Elfriede Warning. Adjutant wurde Friedrich Brinkmann und Ehrendame Alma Bunselmeyer. Der Präsident stellte nun zum ersten Male bei der Krönung einen Hofstaat mit einer Königin und einer Ehrendame vor. Der neue König wurde als Wilhelm II. gekrönt. Nach der Königspolonäse mit dem jungen Königspaar folgte als Abschluss des gut verlaufenen Festes ein gut besuchter Festball.
Damals entstand das Lied:
Der beste Schütze war Willi,
ihm ward die Krone geweiht,
er nahm sich zur Gemahlin
die Elfriede hoch erfreut.
Auf Veranlassung der Majestät vom Schützenverein Hilter, Gottfried I., beteiligte sich unser Verein auf dem dortigen Schützenfeste im Juni geschlossen mit am Festzuge.
An der Einweihung des Kriegerdenkmals am 24. Juni nahm unser Verein ebenfalls geschlossen teil.
Wiederum 14 Tage später feierte der Kriegerverein Hilter sein 50-jährigesJubelfest. Auch hier waren die Natruper Schützen geschlossen vertreten.
An einem Sonntag unternahm unser Verein mit dem jungen Königspaar einen Ausflug zur Noller Schlucht, zur Gastwirtschaft Meyer. Dort selbst gab es Kaffee und Kuchen. Der Weg führte auf Schusters Rappen durch den Wald nach Nolle. Abends ging es dann die Straße entlang zu Fuß wieder nach Hause.
Anschließend verbrachten dann noch einige Schützen mit dem Königspaar - auch die Eltern der Königin Friedrich und Dina Warning waren vertreten - ein paar gemütliche Stunden in unserem Vereinslokal Holtmann. Unser junger König bedankte sich u. a. bei dem Vater seiner Königin dafür, dasser dem Verein immer so treu zur Seite stehe. Kein Fest, keine Versammlung und auch kein Ausflug vergehe, wo er nicht mit als Erster und auch als Letzter dabei sei. Das größte Verdienst habe er sich allerdings - so führte er etwa weiter aus - dadurch erworben, dasser uns den schönen Festplatz gegeben habe. Dieser Platz müsse von Rechts wegen „Friedrichshöhe“ heißen. Von diesem Tage ab hieß unser Festplatz dann nicht mehr „Jericho“, sondern „Friedrichshöhe“.
In einer Versammlung wurde beschlossen, den Schützenball im Januar wieder bei Schäffer zu feiern.
Zum Jahresschlussmusstefestgestellt werden, dassauch im vergangenen Jahre wieder reges Leben im Verein pulsierte. Auch unser Schützenfest schlosswieder mit einem Plus ab. Der Verein verfügte nun über ein ansehnliches Sparkassenguthaben. Somit hatte sich unser Verein im letzten Jahre über alle politischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten hinweggesetzt.
Anno 1925
Der Schützenball Anfang Januar bei Schäffer verlief auf das Schönste. Als Theaterspieler wirkten zum ersten Male auch die beiden Schützenbrüder Heinrich Nollmann und Wilhelm Hollenberg mit. Diese beiden Schuhmachergesellen entpuppten sich als wahre Berufsschauspieler. Die Feier hielt nach dem Beispiel unseres jungen Königspaares bis weit in die Morgenstunden an.
In der diesjährigen Generalversammlung ergaben sich keine wesentlichen Änderungen. Der alte Vorstand blieb ebenso wie das Offizierskorps. An der Spitze des Schießkommitees hatte sich schon zwei Jahre lang unser Schützenbruder Friedrich Tepe gut bewährt. Nachstehend werden hier der gesamte damalige Vorstand und auch das Offizierskorps wiedergegeben:
Präsident: Friedrich Larmann
Stellvertreter: Willi Krieg
Schriftführer: Wilhelm Kombrink
Kassierer: August Grünkemeyer
Stellvertreter: Hermann Niemann
Die Mitglieder des Schießkomitees:
Schießmeister: Friedrich Tepe
Stellvertreter: Wilhelm Temme
Außerdem: Friedrich Steffen I
Friedrich Steffen II
Heinrich Kamp
Das Offierskorps setzte sich zusammen aus:
Oberst: Heinrich Steffen
Hauptmann: Franz Kammann
Feldwebel: Heinrich Hilgemann
Adjutant: Friedrich Bunselmeyer
Meldereiter: Gustav Rüter (Hagemeier) Friedrich Warning (junior)
Fahnenträger: Georg Blanke
Außerdem wurde wie in jedem Jahr ein Festkomitee gewählt.
Die Königswache wurde in den damaligen Jahren immer kurz vor dem Schützenfest vom jeweiligen König bestimmt.
Das Schützenfest wurde in diesem Jahr am 16., 17. und 18. Mai gefeiert. Wegen des eleganten Königspaares wurden die Vorbereitungen von uns jungen Leuten diesmal besonders intensiv vorgenommen.
Ein Ereignis von großer Bedeutung innerhalb unserer Gemeinde war in diesem Jahr die Einführung der Elektrizität. Endlich bekam auch Natrup elektrisches Licht, die Zeit der Petroleumlampen war damit vorbei. Sogar die ersten Radio- und Funkgeräte, zwar noch mit Kopfhörern, tauchten in unserer Gemeinde auf. Bei der Reichspräsidentenwahl am 28. April hörten wir gespannt, die Hörer an die Ohren gepresst, auf die Wahlergebnisse. Generalfeldmarschall von Hindenburg wurde an diesem Tage zum Reichspräsidenten des Deutschen Reiches gewählt.
Und nun ging es in die Schützenfestzeit. Am Sonnabend war wieder das übliche Abholen des Adlers mit anschließendem Kommers. Den Höhepunkt des Sonntags bildete der Festzug mit dem jungen Königspaar durch unseren Ort. So schön und hold das junge Königspaar sich in diesem Festzuge zeigte und auch überall, mit Blumen bestreut, von den Einwohnern freudig begrüßt wurde, so schön und hold lachte aber auch die Sonne auf uns hernieder, es war wirklich ein ausgesprochen schöner Maientag.
Das alles wussteunsere Majestät in einer Festansprache auch zu würdigen. Genauso wie heute, so drückte er sich in etwa aus, hätte er sich als junger Soldat, 18 Jahre alt, eine siegreiche Heimkehr, mit schmetterndem Hörnerklang und mit Blumen bestreut, vorgestellt. - Unser Fest nahm dann weiter unter schattigen Eichen und abends in den Festzelten bei Tanz und Frohsinn einen würdigen Verlauf.
O Natrup, o Natrup,
du wunderschöne Stadt.
An deinem Schützenfeste
ein jeder Freude hat.
Am Montag, dem zweiten Schützenfesttage, errang unser erster Schriftführer Schützenbruder Wilhelm Kombrink die Königswürde. Zu seinem Adjutanten wählte er sich den jungen Schützenbruder Friedrich Steffen. Zur Königin erkor er sich Frau Anna Wechelmann und Ehrendame wurde Alwine Michael. Als Wilhelm III. wurde er vom Präsidenten gekrönt. Mit der Königspolonäse und dem anschließenden gut besuchten Schlussballfand auch dieses Fest einen würdigen Abschluss. Es war ja auch vom schönsten Wetter begünstigt.
Am Sonntag, dem 27. Juni, beteiligte sich unser Verein nach einem geschlossenen Abmarsch vom Vereinslokal aus - auch viele Frauen marschierten mit - an der 75-jährigenJubelfeier des Schützenvereins Remsede.
Im August wurden dann die Mitglieder mit ihren Damen von unserem Königspaar und dem Hofstaat zu einem Ausflug nach Geile in Wellendorf eingeladen. Im dortigen Festsaale wurden dann alle wieder mit Kaffee und Kuchen, von dem Königspaar und dem Hofstaat spendiert, bewirtet. Nachmittags zu Fuß durch den Wald gekommen, ging es abends mit dem „Haller Willem“ wieder nach Hause.
In den letzten Monaten wurden noch zwei Versammlungen abgehalten, worin u. a. das Winterfest wieder im Januar bei Schäffer festgelegt wurde. Zum ersten Male wurde Herrn Gehring, Bad Rothenfelde, die Musik übertragen. Bislang hatte auf den Sommer-, wie auch auf den Winterfesten das Teutoburger-Wald-Orchester von Herrn Pelster gespielt.
Das Jahr des Heils 1925, - reich gesegnet durch eine gute Ernte, fast in jedem Hause jetzt elektrisches Licht, wo bei sämtlichen Veranstaltungen unseres Vereins immer die Sonne lachte, - ging zur Neige. Wir alle gingen mit großen Hoffnungen weiter in das zweite Vierteljahrhundert unserer stürmischen Zeitrechnung.
Anno 1926
Der Januar stand ganz im Zeichen unseres Winterfestes. Mit großem Eifer wurden die Vorbereitungen getroffen. Der Schäffersche Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Die beiden Schuhmachergesellen hatten bei den Theaterspielern wieder die führenden Rollen übernommen und entfesselten beim Publikum wahre Lachsalven. Vom Oberst bis zum jüngsten Schützen, so berichtete damals das „Iburger Kreisblatt“, wurde dieser Winterball, in einer Harmonie wie in einer großen Familie, von der Natruper Schützengesellschaft gefeiert.
In der Generalversammlung erfolgten keine wesentlichen Änderungen. Es blieb alles beim alten.
Zum ersten Male fand unter reger Beteiligung in diesem Jahre zu Ostern ein Eierschießen statt.
Das diesjährige Schützenfest am 15., 16. und 17. Mai stand, im Gegensatz zum letzten Jahr, unter keinem guten Stern. Am Sonnabendmorgen setzte der Regen ein. Unaufhörlich rieselte das unerwünschte Nass vom Himmel. Der Wind kam, wie wir Natruper sagen, vom Berge. Die Meinung unseres Präsidenten am Morgen, dasssich das Wetter nach 3 Stunden wohl ändern würde, hatte sich bis nachmittags nicht bewahrheitet. Er rief mir bei strömendem Regen von seinem Hofe aus zu: „Eine echte Schützenstimmung kommt heuteAbend trotzdem!“. „Jawohl, hoffen wir das Beste !“ In diesem Regen wurde auch der Adler vom Schützenbruder Friedrich Steffen abgeholt. Aber dann verbrachten die Schützen den weiteren Abend in unserem Vereinslokal und marschierten nicht hinauf zur Friedrichshöhe. Es war auch mit dem besten Willen nicht möglich. Der alte Schützenbruder und Schießmeister Friedrich Tepe feuerte uns jungen Leute in seiner plattdeutschen Mundart mit den Worten an: „Nun man los an die Theke, den Wirt was verdienen lassen, es ist schlechtes Wetter!“ und unser Präsident behielt Recht, denn bald schon war die beste Schützenstimmung da.
Das Wetter des Sonntags war, vor allem in der Mittagszeit, bald noch schlimmer als am Sonnabend. An einen Festzug war gar nicht zu denken. Das Königspaar mit dem Hofstaat und natürlich auch sämtliche Schützenbrüder direkt aus Natrup sammelten sich so nach und nach in unserem Vereinslokale. „Vor allen Dingen nicht die Köpfe hängen lassen“, so wurde u. a. gesprochen. „Ein Schütze sein, heißt immer ein guter Deutscher sein, sei’s trüber Tag, sei’s heitrer Sonnenschein.“ Mancher Schützenbruder dachte auch an die Worte von unserer Fahnenweihe: „Trotz Donner und Blitz, allzeit fest im Sitz, geradeaus die Fahrt, das ist Schützenart“. Gegen viereinhalb Uhr ging es dann doch noch, - der Regen hatte etwas nachgelassen, - mit dem Königspaar zu Fuß hinauf zu unserem Festplatz. In einem kleinen Kreise wurde an diesem Abend dann doch noch sehr gut gefeiert. Vor allem, wie immer, war auch unser lieber Schützenbruder Wilhelm Hamann dabei. Die Herzen aller Schützenbrüder hatte er sich schon damals erobert. Ihm hatte das Schützenvolk mit Recht den Ehrennamen „Der Unverwüstliche“ beigelegt.
Am Montag, dem zweiten Festtage, wurde dann von Majestät Wilhelm III. (Kombrink) aus der Festzug angetreten, zwar war der Himmel noch schwer und trübe, aber es regnete nicht mehr.
König wurde in diesem Jahre der junge Schützenbruder Friedrich Schumann, zur Königin wählte er sich Frl. Wilhelmine Bunselmeyer. Adjutant wurde Heinrich Meyer und Ehrendame Frl. Linchen Brinkmann. Als König Friedrich I. wurde er proklamiert.
Der Präsident brachte dann noch die Verdienste des alten Königspaares zum Ausdruck. Ihre Regierungszeit hatte mit dem schönsten Sonnenschein angefangen und mit ununterbrochenem Regen aufgehört. Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass die Königin Anna I. (Wechelmann) das Diadem gestiftet hatte, welches unsere Königinnen seitdem Jahr für Jahr tragen. Der Schlussballdieses Regenfestes war gut besucht und der Verein hatte trotz alledem auch noch kein Minus gemacht.
Der bereits vor zwei Jahren eingeführte Ausflug wurde in diesem Sommer wiederum nach Geile in Wellendorf unternommen.
Andere markante Ereignisse, außer ein paar Versammlungen, gab es dann in diesem Jahre nicht mehr. Das angesetzte Herbstschießen fiel aus, weil unser Scheibenstand dringend renoviert werden musste.
Anno 1927
Der Schützenball, der wieder im Januar bei Schäffer gefeiert wurde, verlief diesmal nicht ganz so gemütlich wie in den Vorjahren. Unter den jungen Männern kam es zu einem kleinen Streit, wobei es um ein junges Mädchen ging. So war es schon früher und so ist es auch noch heute. Die letzten Stunden dieses Festes verliefen allerdings wieder ganz harmonisch. „Ende gut, alles gut.“ Somit ist auch dieser Ball damals in den Annalen des Vereins als ein Erfolg gebucht worden.
In der diesjährigen Generalversammlung wurde der Schützenbruder Clemens Wechelmann zum 2. Vorsitzenden gewählt. Der Vorstand setzte sich dann wie folgt zusammen:
Präsident: Friedrich Larmann
Stellvertreter: Clemens Wechelmann
Schriftführer: Wilhelm Kombrink
Kassierer: August Grünkemeyer
Schießmeister: Friedrich Tepe
Neben dem Adlerschießen wurde auf unseren Festen schon seit einem Jahr auf Medaillen-, Preis- und Ehrenpreisscheibe geschossen. Neu eingeführt wurde das Ausschießen von Schützenschnüren.
Kaufmann Dewert aus Dissen lieferte in diesem Frühjahr die ersten Schützenjoppen an etwa 20 Vereinsmitglieder. Die ersten Schützenhüte wurden bereits im Vorjahre getragen. Die Zeiten des Fracks und Zylinders für König und Hofstaat waren damit jetzt auch bei uns vorbei. So waren also auf unserem diesjährigen „Nationalfeste“, wie der Präsident unser Schützenfest gern nannte, zum ersten Male vollständige Schützenuniformen zu sehen. Zum ersten Male lieferte auch die neugegründete „Niedersachsenkapelle“ unter der Leitung des Kapellmeisters Rudolf Noltmann die Musik. Leider öffnete Petrus auch diesmal wieder seine Schleusen. „Natrup-Hilter, Kragen hoch!“ sagten die Musiker, als am Sonntag der Festzug trotzdem vonstatten ging. Ein gutbesuchter Ball bildete den Abschlussdes ersten Tages.
Am Montag marschierte wieder ein stattlicher Zug, bei König Friedrich I. angetreten, in heiterer Stimmung zur Friedrichshöhe. Diesmal schoß unser Schützenoberst Heinrich Steffen das letzte Stück des Adlers herunter und errang damit die Königswürde. Königin wurde Frau Elli Larmann, die Frau des Präsidenten. Zum Adjutanten wurde Friedrich Rüter und zur Ehrendame Frl. Else Warning ernannt. Die Krönung wurde, da der Präsident sowie sein Stellvertreter dem Hofstaat angehörten, von dem Kassenwart August Grünkemeyer vollzogen. Als Heinrich II. wurde unser neuer König eingetragen. Nach der Königspolonäse folgte wieder ein gut besuchter Schlussball. Besonders stark war an diesem Abend der Schützenverein Hilter mit dem gesamten Hofstaat vertreten. Unsere Majestät Heinrich II. Wusstedieses nachbarliche Verhältnis in einer Ansprache besonders zu würdigen, worauf dann auch der Hiltersche König Karl I. das Wort ergriff. Ein Volksfest, wie es nicht schöner sein konnte, ging auch jetzt wieder zu Ende.
Nach diesem Feste trat wieder unser "Scheibenstandsproblem" in den Vordergrund. Es musstevon Grund auf ein gänzlich neuer Stand gebaut werden, darüber waren wir uns im Klaren. Der bisherige 80 m-Stand, nach der Gründung des Vereins nur behelfsmäßig angelegt, genügte der Zeit nicht mehr. Es gab Vereine, welche schon über einen Stand von 175 m verfügten. Wir konnten die Schießbahn nur nach der östlichen Richtung hin verlängern. Zu diesem Zweck musste aber zuerst ein erheblicher Waldbestand abgeholzt werden. Eine Einigung mit dem Waldbesitzer Schützenbruder Friedrich Warning wurde erzielt und die Erdarbeiten konnten beginnen. Wiederum wurden die meisten Arbeiten, um die Kasse nicht allzusehr zu belasten, freiwillig und ohne jegliches Entgelt erledigt. Zwar wurde der Stand in diesem Jahre noch nicht fertig, aber ein guter Anfang war gemacht.
Erst im Oktober, aber noch vom schönsten Wetter begünstigt, wurde der diesjährige Ausflug zu Fuß durch den Südberg zum Forsthaus Noltmann in Helfern bei Bad Rothenfelde unternommen. Es war ein schöner Tag, den man noch lange in der schönsten Erinnerung hatte.
Bereits am 2. Oktober wurde der 80. Geburtstag unseres Reichspräsidenten und Generalfeldmarschalls von Hindenburg, wie in allen deutschen Städten und Gemeinden, auch in Hilter festlich begangen. Unser Verein entsandte zu dem an diesem Tage abgehaltenen Umzug eine Fahnenabordnung.
Am Ende dieses Jahresberichtes soll auch noch das bereits am 19. Juni d. J. stattgefundene Jubelfest des Turnvereins Hilter erwähnt werden. Gleichzeitig war mit dieser Feier die Einweihung des neuen Sportplatzes und das Turnfest des Südverbandes im Osnabrücker Turngau verbunden. Unser Verein nahm geschlossen am Festzuge teil und stiftete außerdem noch einen Fahnennagel.
Ein arbeitsreiches, aber mit Erfolg gekröntes Jahr ging zu Ende. Möge das kommende Jahr den bereits in Angriff genommenen Scheibenstand zur Vollendung bringen!
Anno 1928
Unser Winterball im Januar bei Schäffer, zahlreich besucht von den Tanzlustigen, verlief wieder in schönster Harmonie. Auch die Darbietungen ernteten wieder einen dankbaren Beifall.
In der diesjährigen Generalversammlung wurde der gesamte Vorstand durch Zuruf wieder gewählt. Der Präsident dankte für das ihm und den anderen Vorstandsmitgliedern durch die Wiederwahl erwiesene Vertrauen, ermahnte die Mitglieder zur weiteren Treue zum Verein und bat jeden, den Vorstand in allem, besonders bei dem Bau unseres neuen Scheibenstandes, zu unterstützen. Unsere Majestät Heinrich II. und unser Präsident, der ja auch zugleich Prinzgemahl war, spendierten dann noch ein FassGerstensaft.
Mit fortschreitender Jahreszeit wurden dann auch wieder die Arbeiten an unserem Scheibenstand aufgenommen. Besonders unser Schützenbruder Heinrich Lüne war es, der sich in diesem Frühjahr tatkräftig einsetzte. Als dann auch noch andere Vereinsmitglieder mit regem Interesse Hand anlegten, konnte der neue Scheibenstand bereits am 1. Ostertage mit einem Eröffnungsschießen eingeweiht werden.
Weil wir die Zelte zu keinem anderen Termin bekommen konnten, fand das Schützenfest in diesem Jahre um Christi Himmelfahrt am 16., 17. und 18. Mai statt, es wurde also mitten in der Woche gefeiert. Himmelfahrtstag - Ausflugstag! An diesem Tage wandern viele Menschen hinaus, damals noch mehr als heute, um sich an Gottes Schöpfung zu erfreuen. Trotzdem hatte aber auch diesmal der Wettergott kein Einsehen. Wieder setzte, als die Musik den ersten Marsch spielte, programmmäßigder Regen ein. Aber wir Natruper waren bereits ziemlich abgehärtet, ein solches Regenwetter konnte uns nicht mehr erschüttern. Im Gegenteil, unser Natruper Schützenfest hatte sich im Laufe der Jahre in der Umgebung einen so guten Namen gemacht, dasses zu den schönsten Volksfesten der Gegend gehörte. Auch der Kommers oben in den Zelten unserer Friedrichshöhe verlief wieder in der schönsten Schützenfeststimmung. „In Süd und Nord, in Ost und West, gibt’s nur ein Natruper Schützenfest.“
Der folgende Tag begann in der königlichen Residenz bei Heinrich II. (Steffen) mit dem im Vorjahr eingeführten Königsessen, an dem außer dem Hofstaat, dem Vorstand und dem Offizierskorps auch die Wache teilnahm. Dort trat dann 2 Stunden später auch das ganze Bataillon an und marschierte direkt nach oben zum Festplatz. Ein Festzug durch die Gemeinde wurde wegen des schlechten Wetters nicht unternommen. Nachmittags war dann auf unserem neuen Scheibenstand eine rege Schießbeteiligung festzustellen. Auch der Ball des Abends war gut besucht und es wurde in der besten Harmonie gefeiert.
Der letzte Tag brachte dann, Gott sei Dank, auch etwas besseres Wetter. Der Festzug wurde von den Reitern des Reitervereins Hilter zu Ehren ihres Reitlehrers Friedrich Larmann angeführt und verschönert. Ein imposantes reiterliches Bild, welches auch unsere Majestät Heinrich II. als alter Kavallerist in seiner Festansprache zu würdigen wusste.
Nachmittags fiel der Königsschuss, abgegeben von Schützenbruder Heinrich Sefert. Königin wurde Frau Meta Röckener, Adjutant Schützenbruder Heinrich Blanke und zur Ehrendame wurde Frl. Emma Meyer ausersehen. Von dem 2. Vorsitzenden Clemens Wechelmann wurde die Krönung vollzogen. Als Heinrich III. wurde der neue König in die Vereinsgeschichte eingetragen. Ein schönes Fest ging auch jetzt mit dem Schlussballwieder zu Ende.
Der Ausflug in diesem Jahre wurde wiederum zum Forsthaus Helfern unternommen. Im Herbst fand dann auch noch das so genannteHerbstschießen statt.
Erwähnenswert ist aus diesem Jahr noch der große Umbau unseres Vereinslokals. Ein Saal und neue, helle Gasträume mit einer großen neuen Theke gaben unserem Lokal jetzt ein besonders schönes Gepräge. Am Sonnabend, dem 25. August war die große Einweihungsfeier. Kaum konnten der Saal und die Gasträume all die Gäste fassen, die zu dieser Feier gekommen waren.
Nun wird auch unser Schützenball nach dem Beschlussder Herbstversammlung im Januar in unserem neuen Natruper Saal gefeiert.
Ein Vereinsjahr mit einer zufrieden stellendenBilanz ging auch jetzt wieder zu Ende. Ein neuer Scheibenstand war gebaut und trotzdem verfügte der Verein noch über ein beträchtliches Sparkassenguthaben. All diese Tatsachen berechtigten uns, hoffnungsfreudig in das neue Jahr 1929 einzutreten.
Anno 1929
Der erste Schützenball in unserem neuen Natruper Festsaal war genauso wie in den Vorjahren bei Schäffer gut besucht. Auch die Natruper Theaterspieler zeigten auf einer Bühne neben dem Saal wieder ihr Bestes. Die Feier hielt bis in die Morgenstunden an.
In der diesjährigen Generalversammlung wurde der alte Vorstand wieder gewählt. Nur zu dem Antrag auf Verlegung des Festes vom Monat Mai auf den Monat Juli prallten die Meinungen aufeinander. In einer Abstimmung wurde das diesjährige Schützenfest mit Stimmenmehrheit auf den 6., 7. und 8. Juli festgelegt. Das Kriegerfest in Hilter fiel in diesem Jahre aus, deshalb war der Termin frei. Außerdem übernahm jetzt Friedrich Schumann die Führung des Schießkomitees und somit auch die Aufsicht über unseren Scheibenstand.
Ostern wurde wieder das Eierschießen und auch das Ausschießen der Schützenschnüre vorgenommen.
Zu nur kurz auseinander liegendenZeiten feierten unsere Schützenbrüder Friedrich Schumann, Heinrich Nollmann und Friedrich Rüter in diesem Frühjahr das Fest ihrer grünen Hochzeit. Mit besonderen Glückwünschen wurden diese drei Mitglieder zu ihrem Ehrentage vom Verein aus bedacht.
Die Zeit unseres Schützenfestes, welches in diesem Jahr im Hochsommer gefeiert wurde, rückte heran. Sämtliche Schützenbrüder rechneten jetzt mit dem schönsten Wetter. Als jedoch am Sonnabend der Adler abgeholt wurde, fielen bereits die ersten Regentropfen. Das brachte auch der Präsident in seiner Ansprache bei Schützenbruder Friedrich Steffen zum Ausdruck: „Der Wettergott hat uns nicht vergessen, denn mit dem ersten Paukenschlag setzte auch diesmal schlagartig der Regen ein.“ Doch auch jetzt wieder tat der Regen dem Festverlauf keinen Abbruch. Nichts blieb deswegen liegen und genau so schön wie früher wurde auch jetzt wieder gefeiert. „Vor allen Dingen immer ‘ran an die Gewehre!“ Nach dieser Devise richteten sich die Schützenbrüder in diesem Jahre am Scheibenstand wieder besonders eifrig.
König wurde unser langjähriger erster Kassenwart Schützenbruder August Grünkemeyer. Zur Königin erkor er sich Frau Gründler. Adjutant wurde Heinrich Nentrup und Ehrendame Frl. Irma Meyer. Als König August I. wurde er vom stellvertretenden Präsidenten Clemens Wechelmann gekrönt.
„Das letzte Glas wir wollen weihen dem trauten Natrup immerdar.“ Mit diesem guten Ausklang konnte man auch dieses Fest als wohlgelungen bezeichnen.
Als Ausflugsziel wurde Ende August unser historisches Kreisstädtchen Iburg, der Heimatort unseres Prinzgemahls, ausersehen. Von gutem Wetter begünstigt, erlebten sämtliche Teilnehmer dort ein paar recht schöne Stunden, obwohl sie mit dem gewählten Lokal nicht ganz zufrieden waren.
Laut Beschlussder Herbstversammlung soll der Weg zu unserem Schützenplatz bis zum nächsten Schützenfest in einen besseren Zustand gebracht werden. Die Kosten dieser Instandsetzung übernimmt der Verein größtenteils selbst, obwohl unsere Gemeinde Natrup-Hilter durch die Margarinewerke Walter Rau im Gegensatz zur Nachbargemeinde Hilter finanziell gesund dasteht.
Finanziell gut gestellte Gemeinden und Städte gab es zu der Zeit immer weniger. Die Reparationskosten nach dem verlorenen Krieg lagen noch immer als eine schwere Last auf unserem Vaterlande. Hinzu kam noch das Gespenst der Arbeitslosigkeit, die sich in diesem Jahr schon bemerkbar machte.
Um so mehr ging unsere kerngesunde Gemeinde Natrup-Hilter mit ihrem finanziell und volkstümlich einzig dastehenden Schützenverein mit Optimismus in das neue Jahrzehnt unseres stürmischen Jahrhunderts.
Anno 1930
Der Schützenball im Holtmannschen Saale wurde im Januar in hergebrachter Weise gefeiert. Ein angebrachtes Transparent „Zum Ulanentrunk“ verfehlte seine Wirkung nicht. Nicht nur die alten Ulanen unseres Vereins, sondern auch noch andere Schützenbrüder gesellten sich hier zueinander.
In der Generalversammlung blieb es auch jetzt wieder beim alten Vorstand. Aber unser Schützenfest fiel wieder auf den alten Termin zurück. Die Festtage wurden auf den 31. Mai, 1. und 2. Juni festgelegt.
Am 2. Ostertage fand wieder das übliche Eierschießen sowie auch das Ausschießen der Schützenschnüre statt. Abends war wieder, wie im Vorjahre, im Holtmannschen Saal ein gemütliches Beisammensein mit Tanz.
Im Monat Mai, kurz vor dem Feste, wurde dann auch der Weg zum Schützenplatz instandgesetzt und wir sahen mit Ruhe und Gelassenheit einem neuen Regenfest entgegen. Was konnte uns auch jetzt noch passieren? Auf alle Fälle blieben aber die Schuhe, wie es im letzten Jahr unserer Exkönigin Meta passiert war, in unserem neu fertig gemachtenWege nicht mehr stecken. Barfuß brauchte jetzt niemand mehr nach Hause zu gehen.
Aber den Gefallen, es nun auch regnen zu lassen, tat Petrus uns in diesem Jahr nicht. Sogar die Pauke schlug das uns so vertraute und gewohnte Nassnicht los. Es blieb tatsächlich gutes Wetter.
Aus diesem Anlassströmten die Menschen sonntags in Scharen zu unserem herrlich gelegenen Festplatz. Es wurde brechend voll. Eine schier endlos lange Polonaise bildete einen schönen Abschlussdes ersten Tages.
Montags marschierte das Bataillon mit schneidiger Marschmusik der Niedersachsen-Kapelle durch den festlich geschmückten Ort zum Festplatz. Nach den Paraden und Ansprachen, nach der Natruper Nationalhymne „Heil dirim Siegerkranz, Herrscher des Heimatlands“, gingen die Schützen wieder an den Scheibenstand. Besonders eifrig wurde, wie auch schon in den Vorjahren, nach der Medaillenscheibe geschossen. Den Königsschussgab unter dem Jubel der gesamten Schützen unser Vereinswirt und Schützenbruder Gustav Holtmann ab. Königin wurde Frau Marie Krieg. Zu seinem Adjutanten wählte er sich den immer vergnügten und treuen Schützenbruder Gustav Kallmeyer. Ehrendame wurde Frl. Alma Schäffer.
Zur Krönung, vom Präsidenten Friedrich Larmann vorgenommen, hatte sich eine große Anzahl Besucher, vor allem auch aus dem benachbarten Hilter, eingefunden. Der Präsident würdigte es, dassnun für ein Jahr unser Vereinswirt „Gustav, der ewig Lächelnde“ über das Natruper Schützenvolk herrschen würde und er sei kein Schlumpschütze, sagte er weiter, sondern ein Scharfschütze. Er wurde als Gustav I. gekrönt. „Heil dirim Siegerkranz, Herrscher des Heimatlands, Heil König dir!“ Der großen Königspolonaise folgte wiederum ein gut besuchter Schlussball. Es war eine laue Sommernacht, so dassauch die Liebespärchen mal zu ihrem Recht kamen,
Unser zur Tradition gewordener Ausflug wurde in diesem Sommer nach Grünenwalde ins Ravensberger Land unternommen. Wie immer wurden auch jetzt wieder die Schützenbrüder mit ihren Frauen mit Kaffee und Kuchen bewirtet, vom König und dem Hofstaat spendiert.
In unserem Vaterlande entwickelte sich, bedingt durch die Not der Zeit, die Arbeitslosigkeit immer stärker. Sie nahm gerade in diesem Herbst enorm zu. Das deutsche Volk gab seiner Meinung bei der Reichstagswahl am 14. September deutlich Ausdruck. - Trotzdem blieben wir in unserm Schützenverein immer noch die Alten. Die Kameradschaft haben wir in all den Jahren seit der Gründung unseres Vereins auf unseren Versammlungen und sonstigen Veranstaltungen erprobt und hochgehalten.
Anno 1931
In der Generalversammlung wurde der Vorstand durch Zuruf wieder gewählt.
Der Schützenball im Januar in der königlichen Residenz war ein besonders festliches Ereignis. Kopf an Kopf drängten sich die Tanzpaare im Saale und auf der nebenan liegenden festlich hergerichteten Diele. Nach heutigen Vorstellungen würden sich die Festteilnehmer auf einer Bauerndiele nicht mehr wohlfühlen, aber damals wurde dort Theater gespielt, getanzt und gut gefeiert. Musik machte froh und Tanzen sowie der Geist des Weines ergaben auch damals schon eine ausgezeichnete Stimmung. - Es war ein Fest mit majestätisch königlichem Eindruck, obwohl in den Morgenstunden zwei junge Männer wegen eines hübschen Mädchens im Streit aneinandergerieten.
Bereits am Jahresende hatte sich unser Verein über die Termine des kommenden Schützenfestes geeinigt. Unser Nachbarverein Hilter machte uns jedoch Schwierigkeiten dadurch, dassman dort genau an denselben Tagen zu feiern gedachte wie wir in Natrup. Es gab große Reibereien auf beiden Seiten. Ob auch eine gewisse Dickköpfigkeit mit im Spiele war, lässt sich heute nicht mehr feststellen. Jedenfalls wurden beide Feste an den gleichen Tagen gefeiert und beide waren gut besucht. Allerdings: Ein solches Doppelfest sollte und durfte sich nicht mehr wiederholen.
An diesem Feste, also 1931, errang ein alter Schützenbruder, August Brinkmann, die Königswürde. Königin wurde Frau Anna Tepe. Die Brinkmanns sowie auch die Tepen waren in den vergangenen Jahren immer eifrige Vereinsmitglieder gewesen und sind es auch weiterhin geblieben.
Dasses auf politischem Gebiet bald einen Umbruch geben würde, wurde in diesem Jahr immer deutlicher. Die Zahl der Arbeitslosen stieg immer weiter an und das konnte so nicht weitergehen.
Unser Verein jedoch war finanziell immer noch gesund. Veranlassung zum Pessimismus über die Kassenlage bestand nicht. Es ist damals dem Verein immer gelungen, ohne Schulden über die Runden zu kommen, was bei den wirtschaftlichen Schwierigkeiten und der großen Arbeitslosigkeit in der damaligen Zeit eine beachtliche Leistung war.
Die Versammlungen waren auch in diesem Jahre unter König August II. immer gut besucht.
Während sonst vieles still standder zusammenbrach, ließ die aktive Tätigkeit im Verein in keiner Weise nach, sei es bei dem gelungenen Ausflug oder beim Herbstpreisschießen. Damit ging das Jahr 1931 dann auch zu Ende.
Pastor Tergau brachte damals in seiner Sylvesterpredigt u. a. zum Ausdruck: „duglückliche Gemeinde Hilter, es scheint, als wenn die Not dieser Zeit durch die Wälder unserer Gemeinde nicht hindurchzudringen vermag.“ Das stimmte aber nicht. Auch in unserer Gemeinde war am Beginn des Jahres 1932 fast jeder zweite Arbeitnehmer arbeitslos.
Diese Angaben sollen vor allem der jüngeren Generation klarmachen, wie unvorstellbar groß die Not damals war.
Anno 1932
Die Generalversammlung brachte diesmal den Mitgliedern sehr viel Diskussionsstoff. Es ging hauptsächlich um den 1. Vorsitzenden. Der langjährige Präsident Friedrich Larmann hatte wegen privater Streitigkeiten mit unserem Vereinswirt Gustav Holtmann vor Monaten eine Wiederwahl abgelehnt. Er war auch der Versammlung ferngeblieben. Somit meinte er es also ernst mit seinem Rücktritt. Die Versammlungsteilnehmer entschieden sich schließlich nach längerem Hin und Her für Gustav Holtmann als neuen Vereinspräsidenten.
Gustav Holtmann nahm dann auch mit einem Hinweis darauf, dass Privat- und Vereinsangelegenheiten nicht vermischt werden sollten, die Wahl an. Alle übrigen Vorstandsmitglieder blieben in ihren Ämtern.
Der Winterball war auch diesmal gut besucht. Humoristische Einlagen eines Schauspielers, der zu diesem Zwecke verpflichtet worden war, rundeten den Abend ab, so dass keine Müdigkeit aufkam.
Bei der Reichspräsidentenwahl im Frühjahr dieses Jahres kandidierte der 43-jährigeHitler gegen den alten Hindenburg. Erst beim 2. Wahlgang entschied sich die Mehrheit für Hindenburg.
Bei dem diesjährigen Schützenfest, von gutem Wetter begünstigt, wurde Feldwebel Heinrich Hilgemann König. Zu seiner Königin erkor er sich Frau Klara Fellhölter.
Das Geld war zwar sehr knapp, aber es war durchaus kein schlechtes Fest. Sogar die Fa. Walter Rau zeigte sich ihren Mitarbeitern gegenüber spendabel. Häufig tönte es von der Theke her: „Wa - Ra - Hi, Wa -Ra - Hi, trustfrei, trustfrei, immer ‘rin in die Rinne !“
Unser Natrup, damals von älteren Leuten gern „die Natruper Schweiz“ genannt, hatte an Naturschönheiten einiges zu bieten. Ein zusammenhängender größerer Waldbestand, damals „Kolthoff „ und „Benner Heide“ genannt, bedeckte etwa 5 Hektar unserer Gemeinde und gehörte zum Gut Willenburg, das wiederum dem Grafen Korff-Schmiesing in Tatenhausen bei Halle in Westfalen gehörte. Im Sommer des Jahres 1932 wurde das Gut Willenburg mit sämtlichen Ländereien und Gebäuden verkauft.
Kurz danach wurden dann von den neuen Eigentümern Arbeitslose zum Abholzen und Ausroden dieser Waldflächen eingesetzt. In wenigen Jahren hat sich damals die Natruper Landschaft total verändert. Unser Natruper Mitbürger Heinrich Rodefeld stellte damals fest: „Die Schönheit von Natrup verschwindet immer mehr“. In diesen Worten lag viel Wahrheit. Seit dieser Zeit ist der Gesang der Nachtigallen in unserem Natrup für immer verstummt.
Anno 1933
Mit Tanz und guter Laune bis in die frühen Morgenstunden nahm der diesjährige Winterball wieder einen guten Verlauf. Auch in diesem Jahr war wieder ein Schauspieler für humoristische Einlagen verpflichtet worden.
In der Generalversammlung ging diesmal alles schnell über die Bühne. Beim Vorstand blieb alles beim Alten. Auch konnte der Kassenwart August Grünkemeyer voller Stolz berichten, dasses ihm gelungen war, einen ansehnlichen Betrag in das Jahr 1933 zu retten.
Am 30. Januar kam dann die große politische Wende. Hitler wurde Reichskanzler, vom Reichspräsidenten Feldmarschall Hindenburg dazu berufen.
In der Nacht zum 27. Februar brannte in Berlin der Reichstag.
Am 5. März, es war ein sonniger Tag, war die Reichstagswahl, die Hitler die Macht zum unumschränkten Regieren in die Hand legte.
Der 1. Mai 1933 erhielt unter der neuen Regierung ein ganz neues Gesicht. In Stadt und Land, so auch in Hilter, gab es Aufmärsche aller Parteigliederungen, Vereine und Verbände, an denen sich auch unser Schützenverein beteiligte. Ein Festzug mit 10 bespannten Festwagen zog von Hilter aus durch Natrup, die Stapelheide und den Sonnenbrink wieder zurück zum Schäfferschen Saal, wo eine Großkundgebung stattfand mit Reden, Marschmusik und Gesangsvorträgen.
In unserem Schützenverein ging das Leben unverändert weiter, als ob nichts gewesen wäre. Durch eine Initiative unseres Prinzgemahls Fritz Fellhölter wurde beschlossen, eine Schützenhalle zu bauen. Zu Ostern desselben Jahres konnte sie bereits mit einem Eierpreisschießen eingeweiht werden.
Auch das diesjährige Schützenfest gestaltete sich wieder zu einem Höhepunkt und nahm planmäßigen Verlauf. Das Wetter war gut und die Stimmung ausgezeichnet.
Wilhelm Wortmann von der Stapelheide war der glückliche Schütze, der das letzte Stück des Adlers herunterholte. Königin wurde Frau Änne Siek. Der 2. Vorsitzende Clemens Wechelmann vollzog die Krönung. Er bedankte sich noch besonders bei dem alten Königspaar Heinrich IV. und Klara I., unter deren Herrschaft eine neue Schützenhalle erstanden war. Als Wilhelm IV. wurde der neue König gekrönt.
Trotz aller Ablenkungen durch den Dienst in der Partei, der SA und der SS, nahmen unsere Mitglieder das Leben in unserem Schützenverein immer noch ganz ernst und keine politische Macht konnte sie daran hindern.
Trotz der Diktatur, die auch manch einem unserer Mitglieder Unbehagen machte, muss festgehalten werden, dassdie Zahl der Arbeitslosen sich erheblich verringert hatte.
Anno 1934
Das Jahr 1934 war für unseren Schützenverein genauso erfolgreich wie die vorherigen Jahre. Sämtlichen Veranstaltungen ließen nichts zu wünschen übrig und hatten mit dem Hauptfest, unserem Schützenfest, den Höhepunkt erreicht.
Auf unser neues Königspaar konnten wir sehr stolz sein. Ein alter, immer sehr aktiver Schützenbruder, Bauer Friedrich Hünemeyer, wurde Schützenkönig und die Frau des Gastwirtes Heinrich Wacker, Lieschen Wacker, erwählte er sich zu seiner Königin. Als König Friedrich II. ging er in die Geschichte unseres Vereins ein. Während dieses Jahres fanden die Versammlungen oft bei Wacker statt. Im Herbst desselben Jahres wurde dort sogar ein Zeltfest gefeiert, woran sich der ganze Verein beteiligte.
Am 30. Juni fand der so genannte „Röhm-Putsch“ statt, der manchen Deutschen sehr nachdenklich werden ließ.
Trotz alledem war unser Vereinsmotto auch in diesem Jahr: „Bahn frei für die Kräfte der Freude, der Geselligkeit und des heimischen Schießsports“.
Anno 1935
Bei der Vorstandswahl in der Generalversammlung gab es keine Veränderungen. Beim diesjährigen Winterball waren Saal und Diele wieder voll besetzt.
In der Politik wurde ein immer stärkerer Druck ausgeübt, nicht mehr bei Juden zu kaufen. Am 16. März wurde die allgemeine Wehrpflicht verkündet und eingeführt. Bis dahin hatten wir ein Berufsheer von 100 000 Mann.
Die Propaganda aber erklärte den Leuten, dasssie stolz darauf sein könnten, in einer „großen Zeit“ zu leben.
Aber nicht alle dachten so. Ein lebenskluger Natruper Bauer, Bernhard Voß, sagte mir damals ganz vertraulich, denn öffentlich durfte man so etwas nicht sagen: „Hitler spricht mir zu viel von Frieden, dabei denkt er aber sicher ganz anders. Es wird in absehbarer Zeit wieder einen Krieg der ganzen Welt gegen Deutschland geben.“
Mit der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht verstärkte sich das Interesse junger Männer am Schießsport. Besonders aktiv setzte sich in dieser Zeit unser Schützenbruder Heinrich Nollmann ein. Er nahm an einem Schießmeisterlehrgang teil und wurde danach Vereinsschießwart.
Auf seine Initiative und unter seiner Leitung wurde in diesem Jahre an der Südseite unseres Schützenplatzes ein neuer 75 m-Scheibenstand geplant, in Angriff genommen und 1936 dann fertig gestellt. Der neue Stand wurde sehr oft nicht nur vom Verein, sondern auch von politischen Verbänden, wie SA und SS, benutzt. Die Kosten dieses neuen Schießstandes übernahm in der Hauptsache die Fa. Walter Rau, die für die Herrichtung auch Handwerker und Arbeiter stellte.
Aber noch ein anderer Erweiterungsbau in unserer Gemeinde Natrup, der auch für die Belange des Vereins wichtig war, wurde in diesem Jahr ausgeführt. Der Holtmannsche Saal wurde vergrößert. Für die Landwirtschaft wurde eine neue Scheune mit Stallungen gebaut. Die bisherigen Stallungen und die Diele wurden mit dem Saal zusammengelegt zu einem neuen und größeren Saal.
Das Schützenfest selbst hatte auch in diesem Jahre wieder etwas Besonderes aufzuweisen. Beim Antreten bei König Friedrich II. auf seinem Bauernhof waren die Schützenbrüder bei schönstem Wetter in ausgezeichneter Stimmung. Schluck und Bier gab es genug. Dann wurde im Festzug auch bei der Königin Lieschen noch Halt gemacht, wo wiederum mit Schluck und Bier nicht gespart wurde..
Unsere beiden letzten Schützenkönige waren schon aus der Stapelheide gekommen, und da alle guten Dinge „Drei“ sind, kam auch der König dieses Jahres von dort. Friedrich Grünkemeyer, ein noch junges, aber schon sehr eifriges Mitglied, holte das letzte Stück des Adlers herunter und wählte sich zur Königin die in der Nachbarschaft wohnende Elfriede Meyer. Er wurde als Friedrich III. gekrönt und ging später als Exkönig auf besondere Weise in die Vereinsgeschichte ein, weil er diesen Titel 14 Jahre lang behielt.
Im Herbst dieses Jahres wurden die ersten Mitglieder unseres Vereins vom Geburtsjahrgang 1914 zum Wehrdienst einberufen; zunächst für 1 Jahr. Im Sommer 1936 wurde er dann aber auf 2 Jahre verlängert.
Trotzdem konnte sich der Verein über fehlenden jungen Nachwuchs nicht beklagen. Das Interesse der 16 und 17-jährigenjungen Männer für unseren Schützenverein war in jenen Jahren größer als jemals zuvor.
Aber die Zeit hatte auch ihre Schattenseiten. Man munkelte bereits 1935 von einer zwangsweisen Verschmelzung der beiden Schützenvereine Natrup-Hilter und Hilter. Da wir eine Diktatur hatten, waren Proteste sinn- und zwecklos.
Im Augenblick passierte aber noch nichts und deshalb ging zunächst alles so weiter. Für das nächste Schützenfest wurde Pelster aus Nolle verpflichtet, die Zelte aufzustellen, wie bisher. Die Niedersachsenkapelle wurde verpflichtet, Musik zu machen. Und so gingen wir wohlgemut in das Jahr 1936.
Anno 1936
Der Schützenball im Januar 1936 wurde zum ersten Male bei Holtmanns im neuen, großen Saal gefeiert, der nun auch eine eingebaute Bühne zum Theaterspielen hatte.
Das Schützenfest war von gutem Wetter begünstigt. Hunderte von Menschen bevölkerten den Platz auf der Friedrichshöhe und gaben damit kund, welche Anziehungskraft dieses Fest auf die Bevölkerung ausübte. Wer konnte damals ahnen, dass es für lange Zeit das letzte Natruper Schützenfest sein sollte.
Franz Kammann, immer einer der Aktivsten, als langjähriger Hauptmann immer vorneweg, errang in diesem Jahr 1936 die Königswürde. Frau Dina Warning erwählte er sich zur Königin. Als König Franz I. ging er in die Vereinsgeschichte ein, weil er es 14 Jahre lang blieb.
Am 1. August 1936 wurden die Olympischen Spiele in Berlin eröffnet. Sportmannschaften aus aller Welt kamen zu diesem großen Sport- und Friedensfest und die deutschen Sportler errangen damals die meisten Medaillen, noch vor den USA.
1937 bis 1939
Am 1. April 1937 wurde die Gemeinde Natrup-Hilter in die Gemeinde Hilter eingemeindet und verlor damit ihre Selbständigkeit. Im Zuge dieser Zusammenlegung sollte der Schützenverein Natrup-Hilter durch Verordnung von oben mit dem Schützenverein Hilter verschmolzen werden.
Diese Androhung traf bei sämtlichen aktiven Schützenbrüdern unseres Vereins auf ganz harten Widerstand. Ein selbständiges Schützenfest zu feiern wurde direkt untersagt. Das Schützenfest 1937 wurde deshalb dem Namen nach gemeinsam gefeiert. Die Natruper übten aber passiven Widerstand, indem sie sich an den Aktivitäten nicht beteiligten.
Aufgrund dieses Widerstands unserer Mitglieder kamen in den nächsten beiden Jahren, 1938 und 1939, gemeinsame Feste nicht mehr zustande. Die Natruper veranstalteten nur noch ein eigenes Bestemann-Schießen, das war nicht ausdrücklich verboten. Nicht verboten waren auch die Winterfeste im Holtmannschen Saale. Sie wurden zwar gefeiert, aber ohne König und Hofstaat waren sie auch nicht mehr das, was sie mal gewesen waren.
Der Beginn des 2. Weltkrieges am 1. September 1939 machte dann allen Schützenfesten ein vorläufiges Ende.
1949
Der Neubeginn
Durch die Direktive Nr. 23 des Alliierten Kontrollrates vom Oktober 1945 wurden alle Vereine, die vor der Besetzung bestanden hatten, mit einem Federstrich aufgelöst.
Eine Neugründung wurde aber in den darauffolgenden Jahren, wenn auch unter erschwerten Umständen, wieder möglich. Zu diesem Zweck trafen sich am 24. März 1949 mehrere Personen, die sich „Freunde des Schützenvereins Natrup-Hilter“ nannten und gründeten den Verein neu. 27 Mitglieder erklärten spontan ihren Beitritt.
Es wurde auch sogleich ein Vorstand gebildet:
· Präsident: Friedrich Larmann;
· 2. Vorsitzender: Heinr. Nollmann;
· Schriftführer: Gustav Tepe;
· Stellvertreter: Heinz Tepe;
· 1. Kassierer: August Grünkemeyer;
· 2. Kassierer: Wolfram Birk
In einer Versammlung am 30. Juli 1949 wurde beschlossen, einen Antrag auf Wiederzulassung des Vereins an das Landratsamt zu stellen. Dieser Antrag wurde 2 Monate später genehmigt.
Beschlossen wurde aber auch ein Brief an den Bürgermeister der Gemeinde Hilter folgenden Inhaltes:
„Der Verein beabsichtigt, den Scheibenstand und die Schützenhalle wieder aufzubauen.
Weil der alte Scheibenstand und die Schützenhalle auf Veranlassung des früheren Bürgermeisters abgebrochen und das Material abtransportiert wurde, werden Ersatzansprüche an die Gemeinde gestellt“.
Erst 1951 machte die Gemeinde dann ein Angebot zum Vergleich, das auch von der Schützenversammlung angenommen wurde.
In einer Mitgliederversammlung im Dezember wurde beschlossen, im Februar 1950 ein Winterfest zu feiern.
Das Jahr 1950
In der Generalversammlung wurde der bisherige Vorstand bestätigt.
Neu gewählt wurde das Offizierskorps:
· Major: Friedrich Larmann;
· Hauptmann: Hans Mödebeck;
· Feldwebel: Heinrich Tappmeyer;
· Fahnenträger: Heinrich Kammann;
Franz Koch;
FriedrichTappmeyer.
Ferner wurde beschlossen, eine Ehrentafel für die 20 gefallenen und vermissten Schützenkameraden des 2. Weltkriegs anfertigen zu lassen und am 13. und 14. Mai 1950 ein Sommerfest zu feiern.
Der Verein hatte zu diesem Zeitpunkt 44 Mitglieder.
Das Schützenfest verlief in altbewährter Tradition unter voller Beteiligung der Bevölkerung. Es fand auf der Wiese, in den Zelten und im Saal der Gastwirtschaft Holtmann statt. Der Sonntag war der Hauptfesttag. Um 13:00 Uhr traten die Schützen zum großen Festzug beim Vereinslokal an. Dem Festzug voran ritten 2 Herolde. Danach folgten die beiden Königskutschen, begleitet von berittenen Offizieren und Adjutanten. Es folgten die Schützen und die begeisterte Jugend. Der Festzug bewegte sich vom Vereinslokal bei Röckener vorbei, zurück über den Burbrink, bei Larmanns vorbei, durch die Horststraße, bei Sandau, Wechelmann und Tepe vorbei, über das Moor zum Festplatz.
Auf dem Festplatz nahm Franz Kammann, der seit 14 Jahren König war, mit seiner Königin Dina Warning die Parade ab und anschließend wurde nach dem Adler und der Preisscheibe geschossen.
Gegen 17 Uhr gelang es nach heißem Kampf unserem Schützen-Hauptmann Hans Mödebeck den letzten Rest des Adlers abzuschießen. Zur Königin erkor er sich Frau Elisabeth Künker. Adjutanten wurden Heinz Tepe und Fritz Rodefeld. Ehrendamen wurden Frl. Wilma Röckener und Frl. Lieselotte Holtmann.
Der folgende Königsball hielt Alt und Jung bis zum frühen Morgen beisammen.
Im gleichen Sommer nahm der Verein noch am Schützenfest in Hilter sowie dem 75-jährigen Jubelfest des Schützenvereins Remsede teil.
In einer Schützenversammlung wurde beschlossen, das nächste Schützenfest wieder auf der Friedrichshöhe zu veranstalten, bis dahin sollten dort ein neuer Scheibenstand und ein neues Schützenhaus fertig gestelltsein.
Am 21. Oktober wurde das neue Königsschild übergeben. Unter Vorantritt der Dissener Feuerwehrkapelle, mit Pauken und Trompeten, marschierten die Schützen mit Fackeln und Lampions zur Residenz des Schützenkönigs Hans Mödebeck. Das neue Königsschild, von dem heimischen Holzschnitzer Otto Steller kunstvoll aus dem Holz herausgearbeitet, wurde unter den Klängen des Präsentiermarsches am Hause des Königs angebracht. König Hans Mödebeck lud dann die Schützen zu einem kurzen Umtrunk in das Vereinslokal ein.
Im Oktober wurde erstmalig der Bierkönig ausgeschossen. Der Präsident konnte Rudolf Weitzel als erstem Bierkönig die Kette umhängen.
Das erste Vereinsjahr nach dem Kriege war ein echtes Schützenjahr gewesen, voller Harmonie und Begeisterung, getragen von der Anteilnahme der gesamten Bevölkerung.
Der Schützenverein Natrup-Hilter hatte wieder Tritt gefasst.
Das Jahr 1951
Der Schützenball im Januar war ein selten so gut gelungenes Fest. „Ja, ja, die Natruper Schützen, das ist ein lustiges Volk, sie schießen auf die Scheiben und trinken stets den Korn.“ So hieß es in dem aufgeführten Singspiel, das nicht endenwollenden Beifall auslöste, so dass es ein paar Tage später wiederholt werden musste.
Auf der Generalversammlung im Februar zeigte sich, dass man 1951 nicht einfach dort weitermachen konnte, wo man 1938 aufgehört hatte.
Beinahe wäre es zum Präsidentenwechsel gekommen. Friedrich Larmann wollte nicht mehr und schlug Gustav Rüter vor. Der lehnte ab und es blieb bei Friedrich Larmann. Wolfram Birk wurde zum 1. Schriftführer gewählt. Stellvertretender Kassenwart wurde Willi Zilmer. Bei den Offizieren wurde Friedrich Bunselmeyer zum Major ernannt, sein Adjutant wurde Willi Lüne und Feldwebel wurde Heinrich Temme.
Zu heftigen Diskussionen kam es über den Platz für das Schützenfest. Zur Wahl standen die Friedrichshöhe, Warnings Weide und der Platz bei Holtmanns. Erst in der nächsten Versammlung und nach der Einholung von Kostenanschlägen entschied man sich für ein Fest beim Vereinswirt Holtmann.
Der Vorschlag, ein Kinderschützenfest durchzuführen, wurde wegen zu hohen Kosten abgelehnt.
Die Hoffnung, zum ersten Mal mit K.K.Gewehren schießen zu können, wurde enttäuscht, die Genehmigung dazu wurde erst ab Juli erteilt und dann war das Schützenfest gewesen. Es musste also noch einmal mit Luftgewehren geschossen werden.
Das Schützenfest fand am 26., 27. und 28. Mai bei ungünstigem Wetter statt. 50 Schützen marschierten mit, als der Adler abgeholt wurde. Bei dieser Gelegenheit setzte König Hans I. (Mödebeck) den Schützenkameraden Heinrich Grünkemeyer als Hofmarschall ein, der dieses Amt dann bis 1974 innehatte. Nach einem Umtrunk und dem Einbruch der Dunkelheit bewegte sich der Schützenzug mit Fackeln und begleitet von Feuerwerk zu den Festzelten, wo dann ein zünftiger Kommers stattfand. Am Sonntagmorgen marschierte dann die Wache zum ersten Mal in den neuen Uniformen unter dem Kommando des Oberfeldwebels Heinrich Temme vom Vereinslokal zum Präsidenten, um von dort die Fahne abzuholen. Nach dem Festzug und der Parade vor dem König wurden 41 Jubilare für langjährige Mitgliedschaft geehrt. In der 6. Abendstunde fiel dann der Königsschuss, abgegeben von Ludwig Fellhölter (Hilter Mühle). Am Montag wurde der neue König als Ludwig I. gekrönt. Zur Königin erwählte er sich Anneliese Wacker. Adjutanten wurden Fritz Harmers und Willi Hartmann, Ehrendamen Frl. M. Fellhölter und Frl. Michalewicz.
Im gleichen Jahr fand auch in Hilter die 800 Jahr-Feier der Hilter Mark statt. Unser Schützenverein beteiligte sich dabei an der Darstellung der historischen Bilder sowie am Festzug.
Der Verein trat dem neu gegründeten Schützengau Osnabrück bei. Das Schussgeld für den König wurde auf 100,- DM und für den Bierkönig auf 25,- DM festgesetzt.
Weil der neue König mit seinem Hofstaat von der Stapelheide kam und dieser Ortsteil auch schon vor dem Kriege mehrere Könige gestellt hatte, wurde jetzt von dort eine stärkere Berücksichtigung bei der Vergabe der Feste gefordert. Man einigte sich darauf, zunächst einmal das nächste Herbstfest sowie weitere Versammlungen bei Gastwirt Wacker auf der Stapelheide durchzuführen.
Der Vereinsausflug führte die Mitglieder in diesem Jahr in das Sauerland.
Während des ganzen Sommers wurde an der Wiederherstellung der Schießanlage und der Schießhalle auf der Friedrichshöhe gearbeitet. Die Fa. Rau lieferte 1500 neue und 2000 gebrauchte Steine. Holz lieferten mehrere Bauern aus Natrup. Die Gespanne stellten Gustav Holtmann, Friedrich Larmann, Gustav Rüter und Gustav Röckener. Die Maurerarbeiten wurden durchgeführt von August Grünkemeyer, Wilhelm Grünkemeyer, Heinrich Grünkemeyer und Heinrich Kammann. Die Dachziegel wurden gestiftet von Friedrich Künker und Gustav Röckener. Die Zimmerarbeiten führte der Zimmermeister Fellhölter aus. Die Gesamtleitung lag in den Händen von Heinrich Nollman und Wolfram Birk.
Das Richtfest fand am 3. November 1951 statt. Es war eine stattliche Anzahl von Mitgliedern erschienen, die alle mit anfassten. Unter kräftigem Einsatz von Friedrich und Heinrich Fellhölter sowie Fritz Tappmeyer und Heinz Möller kam das Gebälk an seinen Ort. Bei einem kräftigen Schluck ging es nochmal so gut. Dann kam Vereinswirt Gustav Holtmann mit Kaffee und Kuchen. Nach dem Kaffee stellte man fest, dass ein Sparren fehlte, der aber vorher da gewesen war. Nach großer Suchaktion wurde er wieder gefundenund kam als letztes Holz auf den Bau. Nach einem Umtrunk wurden die Nachbarn der Schießhalle Fritz Warning, Gustav Rüter und Hans Mödebeck aufgesucht. Der Schluck wurde auch hier nicht vergessen. Bei sinkender Abendsonne brachte man den von den Ehrendamen gestifteten Richtkranz zum Richtplatz. Nach mehreren Ansprachen und noch mehr Schluck zog der Verein mit Musik zum Vereinswirt, wo das Festessen eingenommen wurde, das Gustav Holtmann, Friedhelm Hölschermann, Hans Mödebeck und Friedrich Brinkmann gestiftet hatten. Nach dem Essen blieben die Schützen bei Sang und Tanz und freien Getränken noch lange beisammen.
Das Jahr 1952
In der Generalversammlung am 16. Februar 1952 wurde die Satzung des Vereins vorgestellt und angenommen. Bei der Wahl des Präsidenten lehnte Friedrich Larmann die Wiederwahl ab. Neuer Präsident wurde Gustav Rüter. Friedrich Larmann wurde Ehrenpräsident.
Der weitere Vorstand:
· Stellv. Vorsitzender: Heinrich Nollmann;
· Kassierer: August Grünkemeyer;
· Vertreter: Heinrich Wechelmann;
· Schriftführer: Wolfram Birk;
· Vertreter: Heinz Tepe;
· Schießwart: Wilhelm Tepe;
· Vertreter: Heinrich Hollenberg;
· Pressewart: Helmut Künker;
· Jugendwart: Fritz Rüter;
· Ehrenrat: Heinrich Temme;
Friedrich Künker;
Wilhelm Wortmann;
Friedrich Larmann;
Heinrich Nollmann:
Friedrich Hollenberg wurde zum Platzkommandanten ernannt und Heinrich Grünkemeyer für weitere 2 Jahre zum Hofmarschall.
Es wurde beschlossen, das erste eigene Kleinkalibergewehr des Vereins für das Eröffnungsschießen bei der Einweihung des neuen Schießstandes anzuschaffen. Bis dahin hatte man Leihgewehre benutzt.
Die Einweihung fand dann am 11. Mai 1952 statt. Am Schützenhaus begrüßte der Präsident die auswärtigen Gäste, Einwohner aus Natrup und Hilter sowie die Schützenbrüder. Er erhielt aus den Händen des Gauvertreters Heinrich Rüter einen Fahnennagel zur Erinnerung. Wolfram Birk übergab das Haus dem Präsidenten und betonte, dass dies für ihn als Ostvertriebenen eine besondere Ehre sei. Mit 1.502 Handdienststunden und 182 Gespannstunden seien das Haus und der Stand fertiggestellt worden. Der Präsident gab den Schlüssel weiter an Heinrich Nollmann als Hausverwalter.
Die Festrede hielt Ehrenpräsident Friedrich Larmann: Nach der Machtübernahme Hitlers und der Eingemeindung sei Natrup ein „Hiltersches Protektorat“ gewesen. Es sei sogar das gestohlen worden, was eigentlich niet- und nagelfest sei. (Damit meinte er den Abbruch des Schützenhauses und die Entnahme der Steine und des Bauholzes auf Anordnung des damaligen Bürgermeisters). Der alte Schützengeist habe aber die Anlagen neu und schöner als vorher erstehen lassen.
Im Auftrage des Osnabrücker Schützengaues gratulierte dann Heinrich Rüter, gebürtiger Natruper, der Kreispräsident Ludwig Beucke überbrachte die Grüße des Kreises. Für die Gemeinde Hilter ergriff niemand das Wort, obwohl sie einen Zuschuss von 400,- DM als Ausgleich für den Abbruch gegeben hatte.
Nach dem Start auf den neuen Schießständen begann der Wettkampf um den Pokal, der dann vom Schützenverein Hilter vor dem Schützenverein Heidland-Strang gewonnen wurde.
Das Schützenfest fand am 24. und 25. Mai statt. Es verlief in gewohnter und bewährter Weise. Der Festzug am Sonntag startete bei Wacker, zog durch die Siedlung, bei Heinz Tepe vorbei, über das Moor bis Röckener, dann zurück über den Burbrink zum Festplatz auf der Friedrichshöhe.
König wurde ganz überraschend ein noch sehr neuer Schütze, Wilhelm Berner. Zur Königin wählte er sich Frau Irmgard Schoneweg. Adjutanten wurden Friedhelm Hölschermann und Erich Pollmann, Ehrendamen Frl. Hildegard Buschmeyer und Frl. Jenny Krieg.
In der Schützenversammlung am 28. Juni 1952 wurde beschlossen, die Jungschützen intensiver als bisher auszubilden. Ausbildungsleiter wurden Wilhelm Tepe und Fritz Rüter.
Auf dieser Schützenversammlung wurde auch zum ersten Male das von Friedrich Steffen verfasste „Natruper Schützenlied“ gesungen.
Das Jahr 1953
Bei der Generalversammlung gab es nur Wiederwahlen. Es wurde ein Ausflug nach Hamburg beschlossen. Der Verein wurde beim Amtsgericht Iburg in das Vereinsregister eingetragen.
Der Termin des Schützenfestes wurde auf den 11. und 12. Juli verlegt. König wurde der Präsident Gustav Rüter. Zur Königin erwählte er sich Frau Helga Birk. Adjutanten wurden Fritz Rüter und Ulrich Voss, Ehrendamen Frl. Erika Nollmann und Frl. Lisa Bunselmeyer. Diesem König wurde erstmals der Königsorden verliehe, den von da an alle Könige bekamen. Hans Mödebeck, Ludwig Fellhölter und Wilhelm Berner erhielten ihn nachträglich.
Bei den Gaumeisterschaften errangen Friedhelm Hamann und Walter Nollmann die Meistertitel ihrer Klasse. An Schießwettkämpfen nahmen damals in 2 Mannschaften folgende Schützen teil: Rolf Larmann, Rudolf Weitzel, Heinrich Wechelmann, Friedhelm Hamann, August Hamann, Wilhelm Schoneweg, Ewald Temme, Willi Hartmann, Willi Lüne, Heinrich Hollenberg, Wilhelm Lindhorst, Friedrich Bunselmeyer und Heinrich Grünkemeyer.
Das Jahr 1954
Bei der Generalversammlung erfolgte die Wiederwahl des Präsidenten Gustav Rüter und des Schriftführers Wolfram Birk. Für den verstorbenen August Grünkemeyer wurde Heinrich Wechelmann zum Kassierer gewählt, sein Stellvertreter wurde Friedrich Künker.
Zu Ehrenmitgliedern wurden gewählt: Heinrich Bosse, Heinrich Bunselmeyer, August Wolfekühler, Heinrich Nentrup und Ludwig Knemeyer. Heinrich Grünkemeyer blieb weiterhin Hofmarschall.
Das Schützenfest fand am 10. und 11. Juli statt, dabei wurde ein neuer Marschweg ausprobiert: Von Holtmann über das Moor nach Temme, Voss, dann über die Schützenstraße (heute An der Horst) nach Larmann, dann durch das Feld nach Mödebeck und weiter zum Festplatz am Wald. Jeder Teilnehmer am Festzug erhielt einen Verzehrgutschein im Wert von 50 Pfennig. Zum ersten Mal waren auch schon in Hilter Hinweisschilder auf das Schützenfest aufgestellt worden.
Das Wetter war sehr regnerisch und der Platz aufgeweicht. Man hatte deshalb Wagenbretter ausgelegt, die aber durch die Nässe auch wieder rutschig wurden. Die Königin Irmgard Schoneweg rutschte darauf aus, machte Bekanntschaft mit dem schmierigen Boden und musste wieder nach Hause, um sich umzuziehen. Wieder auf dem Platz angekommen, rutschte sie zum zweiten Mal aus mit dem gleichen Ergebnis. Da war es ihr egal und sie repräsentierte, so wie sie nun mal war. Durch dieses Ereignis wurde aber allen Schützen klar, dass es so nicht weitergehen konnte.
König wurde Friedrich IX. Künker und Königin Frau Ida Holtmann.
An einem Pokalschießen in Natrup nahmen erstmalig 12 auswärtige Vereine teil, das war praktisch der ganze Schützenkreis Iburg.
Das Jahr 1955
Es gab etwas ganz Neues: Nach mehrjährigen schlechten Erfahrungen mit den Platzverhältnissen auf der Friedrichshöhe wurde beschlossen, das Schützenfest auf Rüters Weide zu feiern. Zum ersten Mal fuhr im Festzug auch ein Wagen für die Kinder mit, nachdem bisher nur zwei Wagen für das Königspaar und die Adjutanten gefahren waren. Sie wurden langjährig gestellt von Gustav Röckener und Fritz Warning.
König wurde Fritz Tappmeyer mit Königin Ingrid Larmann. Adjutanten wurden Willi Lüne und Fritz Warning mit den Ehrendamen Irene Lüne und Frieda Warning.
Das Jahr 1956
Der Verein hatte jetzt 174 Mitglieder. Die Mitgliederversammlung beschloss, dass automatisch Ehrenmitglied wird, wer 70 Jahre alt und 50 Jahre Mitglied gewesen ist.
Das Schützenfest fand wieder in Rüters Weide statt. Die Bewirtschaftung übernahm wieder der Vereinswirt Gustav Holtmann für 250,- DM an den Verein. Er erhielt die Einnahmen aus Standgeld und Eintritt. Dafür hatte er sämtliche Kosten zu tragen, wie Steuern, Musik, deren Verpflegung, Zelte und deren Ausstattung.
Im Festzug am Sonntag fuhren zum ersten Mal 5 Wagen, gestellt von Röckener, Gustav Rüter, Warning, Meyer zu Reckendorf und Ludwig Fellhölter/Larmann.
Neben dem Festplatz stand damals der Neubau von Heinrich Nollman im Rohbaustadium.
König wurde Heinrich Temme, der sich Wilhelmine Grünkemeyer zur Königin nahm. Adjutanten wurden Heinrich Wechelmann und Heinrich Kammann mit den Ehrendamen Agnes Wechelmann und Martha Kammann.
Und da nun schon 3 Heinrichs zusammen im Hofstaat waren, lag die Idee, einen „Heinrichs-Klub“ zu gründen, nahe, was dann auch geschah.
Das Jahr 1957
In der Schützenversammlung ergaben sich beim Offizierskorps einige Änderungen.
· Oberst: FriedrichBunselmeyer;
· Adjutant: Wolf Birk;
· Hauptmann: Willi Hartmann;
· Oberleutnant: Willi Lüne;
· Königsadjutanten: Ulrich Voss;
Willi Sandau;
· Wachoffizier: Willi Pollmann;
· Fahnenabordnung:
Wilhelm Wehrkamp;
Franz Koch;
Hans Tabatt.
Auf dieser Schützenversammlung wurde erstmalig die von Friedrich Steffen verfasste Chronik den Schützen vorgestellt, die davon sehr angetan waren.
Nachdem das Schützenfest zweimal in Rüters Weide stattgefunden hatte, stellte sich der weite Weg zwischen Festplatz unten und Scheibenstand oben als großer Nachteil für die Beteiligung am Schießen heraus, und das merkte man auch an der Schießkasse. Die Generalversammlung beschloss deshalb, den Schießstand zu verlegen. Das alte Gebäude im Wald sollte verkauft und der Erlös für den Bau eines neuen Schießstandes und einer Schützenhalle verwendet werden. Als Bauplatz bot sich die Wiese des Vereinswirtes Gustav Holtmann an, dann mussten aber die Bauplätze Koch/Jutkuhn verlegt werden. Der neue Scheibenstand sollte behelfsmäßig bereits beim Schützenfest 1957 benutzt werden können.
Das Schützenfest fand dann bereits auf Holtmanns Gründen statt, zum ersten Mal mit einer Kinderbelustigung unter der Leitung von Heinrich Fellhölter, Erich Pollmann und Friedhelm Hölschermann. Das Glas Schützenfestbier kostete damals 40 Pfennig.
Wilhelm Tepe stiftete für seine Tochter Annelie eine neue Kinderkönigin-Kette.
König wurde Wilhelm Dieckmeyer, Königin Erna Mödebeck.
Im Dezember war der Rohbau der Schützenhalle fertig. Hans Mödebeck stiftete den Zement für den Putz, H. Behrenswerth die Schlacke für den Fußboden und der Ehrenpräsident Friedrich Larmann verschiedene Jagdbilder für die Inneneinrichtung.
Das Jahr 1958
Bei der Generalversammlung ergaben sich keine Änderungen in Vorstand und Offizierskorps, mit Ausnahme von Heinrich Kammann, der wieder Fahnenoffizier wurde. Es wurde aber beschlossen, für den Scheibenstand eine vereinseigene Scheibentransportanlage sowie ein automatisches Anzeigegerät anzuschaffen, nachdem man bisher beide Geräte immer geliehen hatte.
Während des ganzen Sommers musste dann noch am Neubau der Schützenhalle und des Schießstandes gearbeitet werden und es war erstaunlich, in welcher Anzahl und mit welchem Fleiß die Schützenbrüder arbeiteten.
Am Schützenfestsonntag ging der Festzug vom König Wilhelm Dieckmeyer über die Schützenstraße bei Larmann und Mödebeck vorbei zum Festplatz. Neben den Kutschwagen für das Königs- und Exkönigspaar sowie dem Hofstaat wurden zum ersten Mal die Ehrenmitglieder im Auto gefahren.
König wurde Heinrich Steffen, seine Königin Erna Wiltmann.
Die Einweihung der Schützenhalle samt Schießstand fand am 26. Oktober 1958 mit einem Pokal-, Preis- und Bierkönigsschießen statt. Dazu wurden die Vereine des Schützenkreises Iburg eingeladen. Ehrengäste waren als Vertreter des Schützengaues: Heinrich Rüter, als Vertreter des Schützenkreises: Ludwig Beucke, ferner Bürgermeister Tappmeyer, Karl Schlüter, Ulrich Rau, Hermann Meyer zu Reckendorf, Heinrich Holtkamp, Justus Wesseler, Heinrich Rosemann, Heinrich Wortmann, Heinrich Pohlmann, Frau Rietschel, Heinz Schlingmeyer und Heinrich Schulte-Uffelage. Am Einweihungstage hatte die Schießkasse eine Einnahme von 800,- DM zu verzeichnen.
Für die Sportschützen zeichneten sich die ersten Erfolge ab. Die 1. Schießmannschaft wurde Herbstmeister in den Rundenwettkämpfen. Erich Koch und Werner Hardt wurde für Schießwart-Lehrgänge gemeldet.
Das Jahr 1959
In der Generalversammlung erfolgten generell Wiederwahlen mit folgenden Ausnahmen: Wilhelm Grünkemeyer wurde Kassenwart, nachdem Heinrich Wechelmann sich nicht zur Wiederwahl bereit erklärt hatte. Stattdessen wurde er zusammen mit Wilhelm Koch zum Haus- und Anlagenwart gewählt Für den zurückgetretenen 2. Kassierer Friedrich Künker wurde Wilhelm Berner gewählt.
Der bisherige Oberst Friedrich Bunselmeyer gab sein Amt aus Gesundheitsgründen ab. Heinrich Wechelmann wurde als Nachfolger vorgeschlagen. Weil er ablehnte, wurde Willi Lüne zum Nachfolger gewählt.
Zur Wache gehörten damals
Reinhold Blanke, Heinrich Temme, Willi Dieckmeyer, Werner Hardt, Erich Koch, Heinz Temme, Wilfried Blanke, Karl Vogedes, Alfred Vobig, Fritz Wulfekühler, Alfred Wortmann und Walter Nollmann.
Bei der Kreismeisterschaft stellte der Verein 3 Sieger:
· Heinrich Nollmann in der Altersklasse;
· Walter Nollmann in der Schützenklasse;
· Heinz Temme in der Jugendklasse.
Erstmalig erhielten eine größere Anzahl von Schützen das Schießabzeichen in Bronze oder Silber.
Beim Schützenfest errang Rudolf Weitzel die Königswürde, Königin wurde Gerda Jostes. Adjutanten und Ehrendamen wurden Friedhelm und Hilde Hölschermann sowie Heinz und Lisa Krieg.
Das Jahr 1960
Beim Schützenfest am 9. und 10. Juli war das Wetter reichlich kariert, aber der Festzug am Sonntag kam trocken zum Festplatz. Es spielten die Feuerwehrkapelle Dissen (10 Mann - 2 Tage - 750,- DM) und die Kapelle Zerbian (5 Mann - 2 Tage - 350,- DM).
Den Königsschussgab Willi Lüne ab, Königin wurde Irene Tepe. Zum Hofstaat gehörten Franz und Frieda Koch und Rudolf und Maria Tepe.
Die Natruper Sportschützen hatten größere Erfolge zu verzeichnen:
· Walter Nollmann wurde Kreismeister KK 50 m;
· Heinz Temme wurde Kreismeister
· Luftgewehr;
· Walter Nollmann Sieger im KK 100 m;
· Die Mannschaft wurde Gaumeister
· im Olympia-Match;
· Erich Koch wurde Gaumeister mit
· 475 Ringen.
Bei den Landesmeisterschaften errang die Natruper Mannschaft einen 4. Platz im Luftgewehr-Schießen und einen 9. Platz im KK-Schießen.
Bei den Rundenwettkämpfen belegten die Mannschaften Platz 1 und 2.
Teilnehmer an den Wettkämpfen waren:
Heinrich Temme, Rudolf Weitzel, Werner Rodefeld, Wilfried Blanke, Willi Dieckmeyer, Fritz Wulfekühler, Manfred Kamphus, Willi Pollmann, Hans-Georg Otto, G. Schumann, Wilhelm Grünkemeyer, Heinrich Wechelmann, Friedhelm Hollenberg, Heinz Temme, Erich Koch, Werner Hardt und Walter Nollmann.
Beim Kreisschützenfest in Bad Laer wurde erstmalig ein Kreisschützenkönig ausgeschossen.
Das Jahr 1961 mit dem
Kreisschützenfest
Auf der Hauptversammlung wurde der Vorstand komplett wieder gewählt. Die Wahlen zum Offizierskorps ergaben Änderungen. Weil der Oberst Willi Lüne König war, wurde Rolf Larmann zum Oberst und Fritz Tappmeyer zu seinem Adjutanten ernannt. Hauptmann wurde „der altbewährte Schützenbruder Willi Hartmann“ und Leutnant „der immer flotte Schützenbruder Heinrich Wechelmann“.
Es tauchte aber ein neues Problem auf. Die fortschreitende Motorisierung der Landwirtschaft führte dazu, dass es immer weniger Pferde gab , so dass die beiden Königsadjutanten Ulrich Voss und Willi Sandau ihr Amt gezwungenermaßen zur Verfügung stellen mussten, weil sie kein Pferd mehr hatten. Die Versammlung beschloss, stattdessen 2 Radfahrer einzusetzen.
Die Wache wählte ihre Dienstränge selber: Heinrich Temme zum 1., Wilfried Blanke zum 2. Wachoffizier und Willi Dieckmeyer zum „Spieß“.
Fahnenträger blieb Heinrich Kammann, Fahnenbegleiter wurden Wilfried Schmidt und Hans Tabbat.
Die Schießwarte Heinrich Wechelmann und Wilhelm Koch sowie die Platzkommandanten Friedrich Hollenberg und Wilhelm Däke wurden wiedergewählt.
Es wurde beschlossen, wegen des Kreisschützenfestes 3 volle Tage zu feiern. Das Fest selbst fing dann etwas unglücklich an. Wegen strömenden Regens mussteder Umzug am Sonnabend verkürzt werden auf einen kleinen Weg vom „Adlerfabrikanten“ Heinz Tepe zum Festplatz. Auch im Zelt sah es anfangs sehr traurig aus, aber es besserte sich dann doch noch und zum Schlusswar die Stimmung so gut wie immer.
Der Festzug am Sonntag fand dann aber bei strahlender Sonne statt. Gegen 13:00 Uhr waren die Vereine des Schützenkreises Iburg auf dem Werksgelände Rau angetreten und formierten sich mit mehreren Kapellen und Spielmannszügen zum Festzug auf dem üblichen Weg von der Stapelheide zum Festplatz in Natrup. Dort angekommen nahm der Kreis präsident Werner Meyer zu Erpen die Siegerehrung und die Verteilung der Pokale vor. Nach weiteren und vor allem kürzeren Ansprachen konnten sich die Schützen dann ganz ihrem Durst widmen.
Am Montagvormittag fand das Konzert auf dem Hofe des Königs Willi Lüne statt. Zum Festzug war wieder eine große Anzahl Schützen angetreten. Unter den Klängen der Feuerwehrkapelle Borgholzhausen ging es bei bestem Wetter durch Natrup. Der von dieser Kapelle gern und häufig gespielte Natruper Schützenmarsch „Gruß an Kiel“ wurde von König Wilhelm kurzerhand zum „Gruß an Irene“ erklärt. Die „Piumer“ hatten auch gleich einen Text dazu, der noch heute gesungen wird: „Oh, Marie, was hast du für ‘ne Badehose an“.
Am Nachmittag schoss dann Schützenbruder Heinrich Nollmann den Rest des Vogels ab und wurde damit König. Lieschen Pohlmann wurde seine Königin und zum Hofstaat gehörten Heinrich Hollenberg und Frau sowie Friedrich Brinkmann und Frau.
Das gesamte Schützenfest wurde als sehr gelungen angesehen und auch der Festwirt war so gut zufrieden, dass er bei der nächsten Schützenversammlung einen Imbiss spendierte.
Beim Bierkönigsschießen wurde gleichzeitig die neue 100 m -Spieth-Anlage eingeweiht.
Das Jahr 1961 war gleichzeitig auch wohl das erfolgreichste Jahr der Sportschützen.
Walter Nollmann wurde Kreismeister in
· Luftgewehr Schützenklasse;
· KK 50 m Schützenklasse;
· KK 100 m Schützenklasse;
· Luftpistole Schützenklasse.
Walter Nollmann wurde Gaumeister in
· Luftgewehr Schützenklasse;
· KK 50 m Schützenklasse;
· KK 100 m Schützenklasse.
Friedhelm Hollenberg wurde Gaumeister
· in KK 50 m Jugend;
· 3. in Luftgewehr Jugend;
· 2. in KK 100 m Jugend.
Erich Koch wurde
· 2. in KK 50 m Schützenklasse im Gau;
· 2. in Luftpistole Schützenklasse im Kreis.
Heinz Temme wurde
· 3. in Luftpistole Schützenklasse im Kreis.
Die Schießmannschaften wurden
· Gaumeister Luftgewehr;
· Kreismeister Luftgewehr;
· Kreismeister KK 50 m;
· 2. in KK 100 m.
Beim Bundesschützenfest in München errang Willi Günther eine Meistermedaille im KK 50 und mehrere Scheibenmedaillen.
Walter Nollmann und Werner Hardt nahmen an den Deutschen Meisterschaften in Wiesbaden teil.
Das Jahr 1962
Bei der Generalversammlung am 24. Februar 1962 erinnerte der Präsident aus Anlassdes 40-jährigenBestehens an die Gründung des Vereins.
Im Zusammenhang mit dem Bau des ersten Schießstandes im Natruper Wald erwähnte er lobend den Einsatz der Schützenbrüder Friedrich Tepe und Oberst Heinrich Steffen, bei der Neuerstellung der Halle nach dem Kriege sei insbesondere August Grünkemeyer aktiv gewesen.
Der Verein hatte 1962 183 aktive Mitglieder und 9 Ehrenmitglieder.
Bei den Wahlen gab der 2. Kassierer Wilhelm Berner sein Amt ab an Friedrich Steffen. Der Beitrag wurde von 6,- auf 8,- DM angehoben.
Besonders geehrt wurden
· die gesamte Schießmannschaft;
· Heinz Temme als bester Schütze der 1. Mannschaft;
· Helmut Rüter als bester Schütze der 2. Mannschaft.
Das Schussgeld für den König wurde auf 250,- für die Königin auf 100,- DM erhöht.
Das Schützenfest fand am 7. und 8. Juli 1962 statt. König wurde Wilhelm Vogedes mit der Königin Maria Otto.
In der ersten Vorstandssitzung nach dem Schützenfest herrschte allgemeine Unzufriedenheit mit dem Verlauf des Festes. Es war zu kalt gewesen, ein Festausschuss hatte gefehlt und der Festzug am Sonntag war viel zu spät auf dem Platz angekommen. Deshalb war der Königsschuss auch zu spät gefallen, aber der Hofmarschall hatte die Königspolonaise viel zu früh durchgeführt, so dass die Leute viel zu früh nach Hause gegangen waren. Der Festwirt klagte über mangelnden Umsatz und zu allem Überfluss war die Musik der Feuerwehrkapelle Dissen auch nicht viel wert gewesen.
Es wurde ernsthaft erwogen, das Fest in Zukunft im Saal durchzuführen, am Freitag anzufangen und den Sonntag wegzulassen oder nur alle 2 Jahre zu feiern. Und weil man einmal mit der Kritik angefangen hatte, kriegten auch die Sportschützen gleich ihr Fett weg. Sie hatten zwar in 3 Jahren 22 Trophäen mit nach Hause gebracht, aber das hatte den Verein eine Menge Geld gekostet, insbesondere die Fahrt nach Wiesbaden zur Deutschen Meisterschaft hatte man im Visier. Erst nach einem energischen Einspruch einiger Schützen war der Vorstand auch weiterhin bereit, die Schießkasse mit Geldern aus der Hauptkasse aufzufüllen.
In der darauf folgendenSchützenversammlung wurde dann beschlossen, das nächste Schützenfest nur noch am Sonnabend und Sonntag zu feiern.
Aber es gab auch Erfreuliches:
In die bereits bestehende Partnerschaft zwischen dem Turn- und Sportverein Hilter und Sportvereinen aus Delden/Holland wurde nun auch der Schießsport einbezogen. Bei einem Wettkampf in Delden errang die Natruper Mannschaft Platz 1 vor Delden und dem Schützenverein Hilter. Das war der Anfang einer Partnerschaft auch des Schützenvereins Natrup-Hilter mit den Deldener Schützen.
Das Jahr 1963
Es ging gleich mit dem Pech vom Vorjahr weiter. Der Winterball musste am vorgesehenen Termin „auf Grund ungeheurer Schneeverwehungen“ abgesagt und auf den 2. März verschoben werden.
Um die Fehler des Vorjahres zu vermeiden, wurde für das Schützenfest wieder ein Festausschuss eingesetzt. Für die Musik blieb man bei Zerbian und holte sich für die Marschmusik die Musikvereinigung Lienen mit 20 Mann.
Das Schützenfest am Sonnabend und Sonntag verlief dann auch wieder in voller Harmonie, wie es in Natrup eigentlich üblich war. Der Kassenbestand war danach so gut, dass man beschloss, das Kohlessen beim Schlussschießen auf Kosten der Kasse durchzuführen. Dabei gab der Schützenbruder Ludwig Fellhölter eine Runde Wacholder aus, um Stimmung zu machen für seinen Antrag, in Zukunft auch die Frauen zum Kohlessen zuzulassen. Der Antrag fand keine Mehrheit, aber vom nächsten Jahr an waren die Frauen trotzdem dabei.
Der Königsschuss fiel schon am Sonnabend. Der Hofstaat kam reibungslos zustande. Die Stimmung war gut, sogar der Festwirt war zufrieden.
König wurde Franz Koch mit der Königin Maria Tepe. Zum Hofstaat gehörten noch Friedrich und Erna Grünkemeyer sowie Heinrich und Luise Temme.
Auch die Sportschützen waren wieder sehr aktiv und gewannen im Laufe des Jahres 12 Pokale.
Bei den Landesmeisterschaften errangen sie
· im Luftgewehrschießen einen 3. Platz;
· in 100 m KK einen 4. Platz;
· in 50 m KK einen 9. Platz.
Das Jahr 1964
Im Verein war wieder Ruhe und Frieden eingekehrt. Beim Winterball war der Saal so knüppelvoll, dass nicht alle einen Sitzplatz fanden. Auf der Generalversammlung wurden alle Vorstandsmitglieder wieder gewählt, mit einer Ausnahme: Helmut Künker gab sein Amt als Pressewart an Erich Pollmann ab. Bei der Wache wurde anstelle von Heinrich Temme Wilfried Blanke zum 1. Wachoffizier gewählt, 2. Wachoffizier wurde Heinz Krieg. Für den ausgeschiedenen Willi Dieckmeyer wurde Werner Hardt Hauptfeldwebel.
Heinz Tepe wurde König mit Königin Irene Lüne, zum Hofstaat gehörten Wilfried und Inge Schmidt.
Kinderkönig wurde Helmut Kammann.
Das Jahr 1965
Das Winterfest wurde an besonders schmalen Tischen gefeiert, um so mehr Gäste unterbringen zu können. Trotzdem war der Saal wieder überfüllt.
Weil der Oberst Willi Lüne für 2 Jahre zum Hofstaat gehörte, wurde Rolf Larmann für diese Zeit Oberst und Fritz Tappmeyer sein Adjutant. Heinz Mahnke wurde Fahnenbegleiter, Karl Unruh und Heinz Pöppelwerth wurden Königsadjutanten und Fritz Hilgemann wurde zum Leutnant befördert.
Der Beitrag wurde auf 9,- DM angehoben
Das Schützenfest war vom Wettergott nicht begünstigt. Der Regen prasselte herunter, so dass der Umzug am Sonnabend ausfallen musste. Trotzdem war der Abend noch ein guter Erfolg.
Schützenbruder Heinrich Stodiek schoss am Sonnabend bereits den Vogel ab, Königin wurde Lina Tappmeyer.
Der zweite Tag war vom Wetter her kaum besser als der Ersteund man überlegte beim Königskonzert, ob man den Festzug überhaupt riskieren könnte. Er fand dann aber doch statt. Trotz allem war das Fest aber ein gutes Geschäft für den Wirt und für die Kasse.
Das Schildumtragen fand nach altem Schützenbrauch statt und das anschließend aufgelegte Fass Bier war schnell geleert
Die Sportschützen konnten 1965 den Kreismeistertitel erringen. Das war der 9. Titel in Folge. Einzelsieger war Erich Koch, Walter Nollmann wurde 2. Sieger. Es tauchten auch neue Namen auf. In der Jugendklasse Luftgewehr wurden Sieger:
· 1. Werner Bunselmeyer,
· 2. Fritz-Rudolf Künker,
· 4. Klaus-Dieter Weitzel.
Bei den Deutschen Meisterschaften in der Juniorenklasse Luftgewehr lag die Natruper Mannschaft auf dem 6. Platz.
In diesem Jahr baute der Vereinswirt Gustav Holtmann eine neue Kegelbahn, deren Räume beim Winterfest mitbenutzt werden konnten.
Das Jahr 1966
Gleich zu Anfang des Jahres musste der Schießstand so lange gesperrt werden, bis eine 1,40 m hohe Maschendraht-Einfriedigung erstellt war. Das war für den Verein eine enorme Kostenbelastung, denn zu dem Maschendraht kamen noch der Stacheldraht und die Zementpfähle. Außerdem war die Automaten-Scheibe nicht mehr funktionsfähig und musste durch eine neue ersetzt werden. Der Verein sah sich gezwungen, ein Darlehen aufzunehmen. Es ging ihm in finanzieller Hinsicht überhaupt nicht gut. Alle Voraussetzungen für einen gehörigen Streit bei der Hauptversammlung waren deshalb vorhanden.
Der Festwirt, der bis dahin außer allen Fest- einnahmen noch 250,- DM bekommen hatte, forderte jetzt weitere 500,- DM. Dabei hatte die Hauptkasse noch nicht einmal so vielGeld, um einen Betrag von 300,- DM für die Tombola des Winterfestes vorlegen zu können. Die Ausgaben wurden auch auf längere Sicht durch die Einnahmen nicht mehr abgedeckt. Als Grund für diese Misere wurden allgemein die hohen Ausgaben für die Sportschützen genannt.
Das Schützenfest verlief in gewohnter Weise bei schlechtem Wetter. Während der Besuch am Sonnabend nur zufrieden stellendwar, ging es am Sonntag zunächst richtig rund. Besonderen Anklang fand das Erbsensuppen-Essen aus der Feldküche beim Königskonzert bei Heinrich Stodiek. Bei bester Stimmung wurde auf den Adler geschossen und Wilfried Blanke holte das letzte Stück herunter. Mia Hilgemann wurde Königin. Zum Hofstaat gehörten die Ehepaare Pöppelwerth und Riese. Zur Krönung hatte dann noch der alte König den Spielmannszug des Turnvereins Melle aufziehen lassen.
Beim Bierkönigsschießen im Oktober wurde Heinz Schlingmeyer Bierkönig. Nach dem anschließenden Kohlessen führte Heinrich Knemeyer einen von ihm gedrehten Film über das Schützenfest 1966 vor.
Die Sportschützen gewannen 1966 insgesamt 17 Pokale und eine Reihe von Meisterschaften.
Sie wurden
Kreismeister in der Mannschaftswertung in der
· Jugendklasse Luftgewehr;
· Juniorklasse KK 100 m;
· Schützenklasse Luftgewehr;
· Schützenklasse KK 50 m;
· Schützenklasse 100 m.
in der Einzelwertung
· Jugendklasse LG: Klaus-Dieter Weitzel;
· Schützenklasse LG: Fritz Steffen;
· Schützenklasse KK 50 m: Walter Nollmann;
· Schützenklasse 100 m: Walter Nollmann.
Gaumeister der Mannschaftswertung wurden sie in der
· Jugendklasse Luftgewehr;
· Schützenklasse Luftgewehr;
· Schützenklasse KK 50 m;
· Schützenklasse 100 m.
in der Einzelwertung
· Jugendklasse Luftgewehr: Werner Bunselmeyer;
· Juniorenklasse KK 100 : Werner Bunselmeyer.
Bei den
Landesmeisterschaften der Mannschaften
· Luftgewehr Schützenklasse Landesmeister;
· Luftgewehr Jugendklasse Landesmeister;
· KK 100 Schützenklasse 2. und 3. Platz.
in der Einzelwertung
· Jugendklasse LG Werner Bunselmeyer
· 2. Platz;
· Junioren KK 100 Werner Bunselmeyer
· 2. Platz;
· Schützenkl. LG Walter Nollmann 2. Platz.
Bei den Deutschen Meisterschaften
· LG Schützenklasse 25. Platz
Beim OPEL-Pokal für Nordwestdeutschland
· 1. Platz Walter Nollmann.
Bundesbesten-Schießen in Stuttgart
· 2. Platz in der Mannschaftswertung mit
Werner Bunselmeyer;
Alfons Jauer;
Klaus-Dieter Weitzel.
in der Einzelwertung
· 4. Platz Werner Bunselmeyer.
Das Jahr 1967
Nach dem Ärger im Vorjahr über die finanzielle Situation des Vereins war damit zu rechnen, dass er sich bei der Generalversammlung in Frust und Unzufriedenheit äußern würde. Es ging auch gleich los. Der Schriftführer Wolfram Birk und der Kassenwart Wilhelm Grünkemeyer stellten ihre Ämter zur Verfügung. Der Präsident Gustav Rüter war ebenfalls bereit zurückzutreten und stellte Bedingungen für sein Verbleiben im Amt. Er nahm aber die Wiederwahl an. Schriftführer wurde Heinrich Wechelmann, zum Kassenwart wurde nach mehrfacher Verweigerung der Vorgeschlagenen im Endergebnis Heinz Dummer gewählt, Wolfram Birk blieb als beratendes Mitglied mit Stimmrecht im Vorstand. Als auch der Schießwart Wilhelm Tepe sein Amt niederlegte, war niemand bereit, es weiterzuführen. Er führte es dann selbst kommissarisch weiter.
Auch der Punkt „Beitragserhöhung“ nahm einen breiten Raum ein. Der Kassierer rechnete der Versammlung vor, dass der Jahresbeitrag auf 15,- DM erhöht werden müsste, wenn die Sportschützen die Hauptkasse weiterhin so belasteten, wie bisher geschehen. Man war sich einig in dem Dilemma, einerseits hervorragende Sportschützen zu haben, auf die man stolz war, die man sich aber andererseits finanziell eigentlich nicht leisten konnte. Eine Mehrheit fand sich schließlich für eine Beitragserhöhung von 9,- auf 12,- DM.
Der Punkt „Schützenfest 1967“ war ebenfalls strittig. Schützenbruder Birk vertrat dabei den Standpunkt des Festwirtes, dass es so nicht weitergehe. Man könne die Risiken des Festes nicht allein auf den Wirt abwälzen, sondern müsse sie mittragen. Im Ergebnis wurde eine Kommission gebildet, die mit dem Vereinswirt verhandeln sollte.
Es ging dann weiterhin um die Kernfrage, wie man beim Schützenfest ein besseres finanzielles Ergebnis erreichen könnte. Der Vorschlag des Vorstands, das Fest auf Freitag und Sonnabend zu verlegen, wurde von der Versammlung mit einer Gegenstimme angenommen.
Ärger gab es auch mit den Jungschützen. Sie hatten durch hervorragende Schießergebnisse die Jugendstandarte des Schützengaues errungen, weigerten sich aber, mit dieser Standarte auf der Delegiertentagung aufzutreten. Die Jungen wollten schießen und sonst nichts!
In weiteren Versammlungen wurde an dem Beschluss, nur freitags und sonnabends zu feiern, festgehalten. Das traditionelle Königs-essen wurde gestrichen, der Kinderkönig sollte bereits auf der Vorfeier ausgeschossen werden.
Dann kam das Schützenfest. Am Freitagabend blieben im Festzelt die meisten Stühle leer. Die paar Leute, die da waren, hatten zwar eine Menge Spaß, aber davon allein konnte ein Verein auch nicht leben. Der Sonnabend war wie immer gut besucht und der Jugendtanz am Sonntag brachte der Kasse sogar einen Überschuss. Trotzdem war der spätere Bericht des Kassenwarts in höchstem Maße unerfreulich: Das Fest hatte mit einem Minus von 700,- DM abgeschlossen.
Den Adler schoß zum zweiten Mal Friedrich Grünkemeyer ab und wurde damit erster Kaiser im Schützenverein Natrup-Hilter. Königin wurde Jenny Kuhlmann, zum Hofstaat gehörten noch Wilfried und Inge Schmidt sowie Heinz und Erika Mahnke.
In der ersten Schützenversammlung nach dem Fest wurde heftiger gestritten als je zuvor. Die Suche nach der Schuld oder den Schuldigen artete verbal so aus, dass Schützenbruder Friedrich Steffen unter Protest die Versammlung verließ. Die Stimmung insgesamt war so gedrückt, dass das „Horrido“ auf den Kaiser und seinen Hofstaat wiederholt werden musste, weil es beim ersten Mal so kläglich ausgefallen war.
Auf der Schützenversammlung im Dezember flammte der Streit erneut auf. In leidenschaftlich geführten Diskussionen wurden wieder Schuldige für den augenblicklichen Tiefstand des Vereins gesucht. Die Vorwürfe gingen wieder in Richtung Sportschützen, Schützenfest und Ausbau des Schießstandes. Das Ergebnis der Versammlung war gleich Null, wenn man davon absieht, dass der 2. Vorsitzende Heinrich Nollmann aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegte und bedauerte, es unter solchen Umständen tun zu müssen.
Eine Teillösung zeichnete sich aber noch im gleichen Jahr dadurch ab, dass die Sportschützen des Schützenkreises Iburg sich zusammenschlossen zum Verein Röwekamp. Dort glaubten sie auf breiterer Basis mehr erreichen zu können, als es in kleinen Vereinen möglich war. Weil mehrere Sportschützen unseres Vereins dem „Röwekamp“ beitraten, tauchte der Name „Natrup-Hilter“ von nun an in den Siegerlisten nicht mehr so häufig auf.
Das Jahr 1968
Auf der Generalversammlung wurde Willi Hartmann zum 2. Vorsitzenden gewählt, Heinrich Fellhölter wurde 2. Schriftwart und Fritz Hilgemann wurde zum Hauptmann befördert.
Das Schützenfest wurde wieder am Sonnabend, Sonntag und Montag gefeiert. Für die beiden ersten Tage wurde die Kapelle des Musikvereins „AMICITIA“ aus Delden/Holland eingeladen. Die Musiker wurden in Privatquartieren untergebracht.
Der Sonnabend stand ganz im Zeichen der Gäste aus Holland. Am Abend war das Zelt überfüllt, es herrschte eine Bombenstimmung. Am Sonntagmorgen, bei strömendem Regen, fand das Königskonzert der „AMICITIA“ bei der Königin Jenny statt. Am Sonntagabend fiel planmäßig der Königsschuss. Der Jugendtanz am gleichen Tage war auch wieder gut besucht. Zur Krönung am Montag waren wieder Abordnungen der Nachbarvereine Hilter und Remsede erschienen. Der anschließende Königsball zog sich bis in die frühen Morgenstunden des Dienstags hin. Es war ein gutes Fest gewesen.
König wurde Heinz Pöppelwerth mit Königin Ingeborg Unruh.
Das Jahr 1969
Auf der Generalversammlung konnte der Kassierer der Versammlung mitteilen, dassder Verein über ein Kassenguthaben in Höhe von 1.250,- DM verfügte. Sowas hatte man schon lange nicht mehr gehört und der Vorstand fühlte sich bewogen, für jeden Versammlungsteilnehmer eine Wurst zu spendieren. Die Versammlung war auch ohne Aussprache bereit, die Mitgliedsbeiträge der Sportschützen im Verein „Röwekamp“ in Höhe von 100,- DM pro Person zu übernehmen.
Das Schützenfest verlief in voller Harmonie und bei gutem Wetter. Der Sonnabend war gut besucht, die Stimmung bald auf dem Höhepunkt. Der Sonntag war geprägt von einem Freundschaftstreffen mehrerer Spielmanns- und Fanfarenzüge beim Schützenfest in Natrup, das Walter Nollmann angeregt hatte. Heerscharen von Besuchern wollten sich das imposante Bild des Aufmarsches und der Konzerte nicht entgehen lassen. Der Jugendtanz am Abend fand eine noch größere Beteiligung als im Vorjahr, worüber sich natürlich auch die Kasse freute. Das Königskonzert am Montag bei Königin Inge war ein Erlebnis. Der Nachmittag stand im Zeichen der Kinderbelustigung, für die der Exhofstaat und das Offizierskorps verantwortlich waren. Zum König gekrönt wurde am Abend Martin Leuschner, Königin wurde Ursula Schaffeld, Adjutantenpaare waren Willi und Irene Lüne sowie Wilfried und Inge Schmidt.
Das Jahr 1970
Am Anfang der Generalversammlung stand das ehrende Gedenken an die im Vorjahre verstorbenen Schützenbrüder Heinrich Nollmann, Gustav Röckener und Gustav Holtmann. Lobend erwähnt wurde Gerhild Temme, die dafür gesorgt hatte, dass die Kinderschützen eine Fahne und als Kopfbedeckung ein so genanntes„Krätzchen“ erhalten hatten. Beklagen musste sich der Präsident über eine sehr mangelhafte Beteiligung am Schießen, wohl auch als Folge einer Abwanderung der Sportschützen zum „Röwekamp“. Die verbliebene Schießmannschaft des Vereins hatte sich noch nicht einmal am Schießen beim Kreisschützenfest in Bad Iburg beteiligt. Für Willi Lüne, der wieder im Hofstaat war, wurde Fritz Hilgemann zum Oberst auf Zeit gewählt.
Das Schützenfest 1970 war für den Verein ein voller Erfolg, dem man, nach den Worten des Präsidenten, „kaum noch etwas hinzufügen konnte“. Am Sonnabend und Sonntag war die „Amicitia“ aus Delden wieder zu Gast. Die holländischen Gäste waren privat untergebracht worden, so dass die Freundschaft mit den Gastgebern vertieft werden konnte.
Sonntags fand bei herrlichem Wetter ein Konzert der Holländer bei der Königin Ursula Schaffeld statt. Das Haus, gelegen auf der Höhe über Natrup, direkt am Bergwald, gab einen prächtigen Rahmen dafür ab. Alle Schützenbrüder redeten noch lange von diesen herrlichen Stunden. Nachmittags wurde ein großes Ballonwettfliegen für die Kinder veranstaltet. Abends, nach der Verabschiedung der holländischen Freunde, brachte der Jugendtanz wiederein ein volles Haus. Inzwischen war auch der Königsschuss gefallen.
Der Montag begann mit einem Konzert beim König Martin Leuschner. Am Montagabend wurde Werner Peters zum neuen König gekrönt, zur Königin hatte er sich Margot Schnur erwählt. Ihnen zur Seite standen Bernhard und Hanni Kleine-Börger sowie Karl und Anita Vogedes. Peter Kuhlmann und Annette Rüter bildeten das Kinderkönigspaar. Zum Königsball spielten zum ersten Mal 2 Kapellen.
Das Jahr 1971
In der Generalversammlung wollte sich der Präsident Gustav Rüter nach dem Motto: “Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist!“, nicht zur Wiederwahl stellen. Wegen des anstehenden Kreisschützenfestes 1972 ließ er sich aber überreden, noch 2 Jahre weiterzumachen.
Der Schriftführer Heinrich Wechelmann lehnte ebenfalls die Wiederwahl ab und blieb dabei. Sein Nachfolger wurde der bisherige 2. Schriftführer Heinrich Fellhölter, dessen Stelle Werner Hardt einnahm. Zum 1. Schießwart wurde für den zurückgetretenen Walter Auge Werner Rodefeld gewählt. Das Offizierskorps blieb unverändert. Der Beitrag wurde von der Versammlung sang- und klanglos von 12,- auf 15,- DM erhöht.
Obwohl die letzten Schützenfeste kein Minus in der Kasse ergeben hatte, musste erneut der Rotstift angesetzt werden. Man beschloss, bei der Marschmusik zu sparen und statt einer Kapelle häufiger den Spielmannszug einzusetzen.
Ferner wurde beschlossen, bei den Kopfbedeckungen der Schützen von der bisherigen Mütze auf Schützenhüte umzusteigen.
Das Schützenfest wurde diesmal ohne holländische Gäste gefeiert. Den Königsschuss gab Heinrich Kammann ab, Königin wurde Lisa Krieg. Zum Hofstaat gehörten Fritz und Lisa Rüter sowie Heinz und Erika Mahnke.
Im Herbst fuhren die Natruper Schützen zum Gegenbesuch nach Delden und konnten nachher viel erzählen über die Art und Weise, wie man dort Schützenfest feiert.
Im Übrigen drehte sich bei Besprechungen und Sitzungen bereits alles um das bevorstehende Kreisschützenfest in Natrup 1972.
Das Jubiläumsjahr 1972
Das war auch das Jahr der Gebietsreform, wobei aus Alt-Hilter, Borgloh und Hankenberge die größere Gemeinde Hilter entstand. Um die neuen Ortsteilnachbarn zu besuchen, nahm der Schützenverein Natrup-Hilter am 20. Juni am Schützenfest mit Fahnenweihe in Borgloh teil.
Dann kam das Kreis-Jubiläums-Schützenfest. Alles verlief wunderbar ohne nennenswerte Zwischenfälle, denn der Festausschuss hatte gut vorgearbeitet. Es begann mit dem Konzert am Sonnabend bei Wacker mit den holländischen Musikern von „AMICITIA“ aus Delden.
Am Sonntag fand das Königskonzert bei Heinrich Kamman auf der Willenburg statt. Wieder waren die Schützen begeistert über die schönen Stunden mit der besonderen Musik unserer holländischen Freunde.
Dem Antreten der 14 Vereine am Sonntag auf dem Parkplatz der Fa. Rau folgte ein Marsch mit 600 aktiven Schützen durch die Felder in Richtung Festplatz. Aber das Pech mit dem Wetter ließ die Natruper auch jetzt nicht im Stich, unterwegs gab es ein Gewitter mit Regen von seltener Stärke.
Nach der Ankunft auf dem Festplatz begann das Schießen auf den Kreisadler. Kreisschützenkönig wurde Franz Fellhölter vom Bürgerschützenverein Remsede.
Obwohl der Festplatz nach dem Gewitterregen schlimm aussah, wurde er von der Feuerwehr unter Mithilfe von Schützenkameraden wieder so weit hergestellt, dass das Fest einen ungestörten Verlauf nehmen konnte.
Den Königsschuss am Montag gab Heinrich Wechelmann ab, zur Königin nahm er sich Hanni Kleine-Börger. Zum Hofstaat gehörten Heinz und Gerhild Temme sowie Hubert und Maria Holtkämper.
Beim Schildumtragen im Herbst gab es ein einmaliges Ereignis. Weil der Exkönig und der König im gleichen Haus wohnten, wurde das Königsschild bei Heinrich Kammann abgenommen, einmal um’s Haus getragen und für Heinrich Wechelmann auf dem gleichen Nagel wieder aufgehängt.
Das Jahr 1973
In der Generalversammlung legte der Präsident Gustav Rüter nach 20 Jahren im Amt die Präsidentschaft nieder. Zum Ehrenpräsidenten wollte er nicht ernannt werden, weil Friedrich Larmann diesen Titel noch führte. In geheimer Wahl wurde Willi Lüne zu seinem Nachfolger gewählt. Weil der 1. Kassierer Heinz Dummer sich ebenfalls nicht zur Wiederwahl stellte, wurde Ewald Peters zum Nachfolger gewählt. Der 1. Schießwart Werner Rodefeld wollte ebenfalls nicht mehr und weil sich kein einzelner Nachfolger fand, wurde ein Schießkomitee gewählt, dem er wieder angehörte. Schießwart wurde aber Martin Leuschner. Als Nachfolger für Willi Lüne wurde Wilfried Blanke zum neuen Kommandeur gewählt und zum Major befördert. Als Nachrücker wurde Karl Vogedes Leutnant. Die Jugendbetreuung übernahm Bernhard Möllenkamp. Ferner wurde beschlossen, für alle Mitglieder das Ärmelabzeichen des Osnabrücker Schützengaues mit der Schrift „Natrup-Hilter“ anzuschaffen. Die alte Regelung, wonach das Exkönigspaar noch ein Jahr im Hofstaat mitgeht, wurde ersatzlos abgeschafft. Zu guter Letzt wurde noch beschlossen, den Bankeinzug des Beitrags möglich zu machen und das alte System des Einsammelns allmählich auslaufen zu lassen.
Das Schützenfest nahm seinen normalen und eingespielten Verlauf mit einer Ausnahme: Am Sonntagnachmittag fand ein Konzert einer englischen Militärkapelle statt, das leider sehr schlecht besucht war. Das anschließende Adlerschießen ergab ein noch nie gehabtes Problem: Der Königsschuss wollte nicht fallen, weil kein Kandidat da war. Die Musik hatte bereits den Platz verlassen. Da half Fritz Wulfekühler dem Verein aus dieser Verlegenheit und schoss den Adler trotzdem ab. Dafür wurde er mit Gesang ins Zelt getragen. Königin wurde Inge Tienken, Adjutantenpaare waren Günter und Hildegard Ogrzal sowie Wolfgang und Brigitte Schwarzmann. Werner Tienken und Waltraud Wulfekühler
Weil bei Schützenversammlungen häufig weniger als 20 Schützen anwesend waren, wurde ein Antrag gestellt, auch die Damen der Schützen dazu einzuladen. Der Antrag fiel aber mit Pauken und Trompeten durch.
Das Jahr 1974
Bei der Generalversammlung waren 35 Schützen anwesend, darunter keine Damen. Trotzdem: Der durchgefallene Antrag auf Teilnahme der Damen hatte wenigstens bei den Schützen eine positive Wirkung gehabt.
Bei den Vorstandswahlen traten mehrere Änderungen ein: Heinz Schlingmeyer meldete sich spontan für das Amt des 2. Schriftführers, 2. Kassierer wurde Walter Görlich und Klaus-Dieter Weitzel wurde neuer Pressewart. Anstelle von Heinz Krieg, der zurücktrat, wurde Fritz Wulfekühler zum Wachoffizier gewählt. Das neue Amt des Sportleiters übernahm Walter Nollmann. Der Jahresbeitrag wurde auf 18,- DM erhöht und die Fa. Rietschel übernahm die Kosten für eine Renovierung der Schützenhalle.
In einer späteren Versammlung wurde beschlossen, für den Luftgewehr-Schießstand und die Schützenhalle eine elektrische Nachtspeicherheizung anlegen zu lassen.
Für die Hilfe beim Brand und späteren Aufräumen ihrer Scheune bedankte sich die Familie Ueberrück mit Korn und Bier bei den Schützenbrüdern.
Beim Schützenfest wurde Wilfried Schmidt neuer König mit Emmi Peters als Königin und den Adjutantenpaaren Helmut und Annegret Ludewig sowie Wilfried und Margot Schnur.
Das Jahr 1975
In der Generalversammlung wurde Gustav Rüter, nach dem Tode von Friedrich Larmann, einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt.
Das Schussgeld wurde erhöht: Für den König auf 200,- DM, für die Königin auf 150,- DM.
Beim Schützenfest schoss Günter Ogrzal den Rumpf des Adlers ab und wurde König. Zur Königin wählte er sich Waltraud Wulfekühler und zu Adjutanten Friedhelm und Renate Hollenberg, Wolfgang und Brigitte Schwarzmann sowie Heinz und Gerhild Temme. Hofmarschall wurden Werner und Inge Tienken.
Das Kinderkönigspaar waren Dirk Wortmann und Silke Wulfekühler.
Beim Bierkönigsschießen wurde Hasso Engler Bierkönig. Weil er, wie auch der König Günter Ogrzal, an der Erpener Straße wohnte, waren beim Schildumtragen die ganze Erpener Straße und halb Hilter auf den Beinen.
Das Jahr 1976
In der Generalversammlung wurden Walter Görlich zum 1. Kassenwart, Hasso Engler zum 2. Kassenwart und Heinz Pöppelwerth zum 3. Kassierer gewählt.
Der Jahresbeitrag wurde auf 20,- DM erhöht, Jungschützen sollen in Zukunft 10,- DM bezahlen.
Weiter wurde der Beschluss gefasst, den 100-m-Stand abzubrechen und einzuebnen, weil er baufällig geworden war und kaum benutzt wurde.
Beim Schützenfest wurde Ewald Kuhlmann neuer König und Erika Mahnke seine Königin. Adjutantenpaare wurden Werner und Irmgard Hardt sowie Bernhard und Anni Möllenkamp.
Das Kinderkönigspaar bildeten Peter Behrenswerth und Britta Nollmann.
Das Protokoll vermerkt, dass das Schützenfest dieses Jahres alle Erwartungen erfüllte, was sowohl das Wetter als auch den Besuch betraf.
Bierkönig wurde später Heinz Mahnke.
Im Protokoll dieses Jahres tauchte zum ersten Male der Begriff „Schützenschwestern“ auf. Nach einer langen und grundsätzlichen Diskussion fand sich eine Mehrheit für diese Erweiterung. Sie wurden auf den halben Beitrag gesetzt.
Das Jahr 1977
In der Generalversammlung wurde Hasso Engler an Stelle von Heinrich Fellhölter, der nicht mehr kandidierte, zum 1. Schriftführer gewählt. Jugendwarte wurden Egon Schönberg und Wolfgang Lüne gemeinsam. Außerdem wurde beschlossen, dass das Amt des Hofmarschalls nach dem Verzicht von Heinrich Grünkemeyer nicht weiter vererblich sein soll. Jeder König kann ihn sich nun selbst wählen.
Die „Deutschen Stunden“ wurden mit großer Zustimmung in „Heimatstunden“ umbenannt.
Der Beitrag für weibliche Mitglieder wurde im Geiste der Gleichberechtigung dem der Männer angeglichen.
Weil König Ewald Kuhlmann auch langjähriger Sangesbruder und außerdem Eisenbahner war, fuhr der MGV „Eintracht“ beim Schützenball mit dem „MGV Express“ in den Saal ein und brachte einige Chorlieder zu Gehör.
Den gemeinsamen Ausflug Anfang Juni hatte ebenfalls König Ewald als Eisenbahner organisiert. Er führte die Schützenbrüder mit ihren Damen im „Sambazug“ nach Norderney.
Das Schützenfest fand wieder mit Deldener Beteiligung statt. Sie hatten ihre Fahnenschwinger mitgebracht, die in Natrup zum ersten Mal auftraten. In den neuen „Heimatstunden“ trat zum ersten Mal der Frauenchor Hilter auf.
König wurde Wilhelm Behrenswerth mit der Königin Christa Wenner. Adjutantenpaare waren Heinrich und Irmtraud Blanke sowie Fritz und Margot Wenker. Hofmarschall wurde Hermann Kellersmann mit Hildegard Brune.
Auf einer Schützenversammlung im September wurde der Beschluss gefasst, eine Toilettenanlage zu bauen. Dabei machte sich vor allem der König Wilhelm Behrenswerth sowohl in Worten als auch mit einer finanziellen Zusage für dieses Projekt stark. Zur Finanzierung wurde auch eine Spendenaktion beschlossen.
Der Toilettenbau wurde dann noch im gleichen Jahr abgeschlossen. Dank der großartigen Eigenleistung und der Spendenfreudigkeit von Hofstaat und Mitgliedern konnte das Projekt aus eigener Kraft und ohne Fremdmittel finanziert werden. Weil der Verein am Ende erst die Hälfte der zugedachten Mittel verbraucht hatte, wurde auf Vorschlag des Königs beschlossen, den Vorplatz der Schützenhalle bis zur Toilettenanlage zu pflastern.
Das Jahr 1978
Die Generalversammlung wählte alle anstehenden Vorstandsmitglieder wieder in ihre Ämter. Zum ersten Mal gewählt wurde ein Ehrenrat mit der Besetzung: Willi Lüne, Willi Hartmann, Hasso Engler, Heinrich Kammann und Wilhelm Behrenswerth.
Weiter wurde die Abrechnung des Toilettenbaus vorgelegt. Von den Gesamtkosten kamen nur 2.000,- DM aus der Vereinskasse, die restlichen 6.540,- DM kamen zusammen aus Spenden des Königs, des Hofstaats und der Mitglieder.
Beim Schützenball widmete der MGV „Eintracht“ seinem Sangesbruder und unserem König Wilhelm Behrenswerth wieder einige Lieder.
An einer vom König Wilhelm Behrenswerth und seinem Hofstaat veranstalteten Wanderung am 1. Mai nahmen mehr als 100 Personen teil.
Bei einem Fußballturnier des Männergesangvereins Hilter anlässlich des 90-jährigen Bestehens wurde überraschend der Schützenverein Natrup-Hilter Pokalsieger.
Das Schützenfest fand wieder einmal bei schlechtem Wetter statt. Der Festumzug am Sonntag fand im Regen statt und die Wache musste den Festplatz mit Sägemehl aus einer Schlammwüste wieder in einen begehbaren Platz verwandeln. Trotzdem schloss das Fest mit einem finanziellen Plus ab.
König wurde Wilhelm Achelpohl mit Maria Burchert als Königin. Adjutantenpaare wurden Klaus und Karin Fohrmann sowie Fritz und Hannelore Wortmann.
Das Jahr 1979
Auf der Generalversammlung wurden alle Vorstandsmitglieder wieder gewählt. Peter Leuschner wurde neuer Jugendwart. Fritz Tappmeyer gab sein Amt als Wachoffizier ab, sein Nachfolger wurde Friedhelm Hollenberg.
Der Jahresbeitrag wurde von 20,- auf 23,- DM erhöht.
Als Versuch, das seit Jahren bestehende Problem des Königsschusses zu lösen, konnte man den Antrag des Präsidenten Willi Lüne werten, festzuschreiben, dass es einen „Kronenkönig“ gibt, wenn sonst niemand den Rumpf abschießen will. Er scheiterte am Widerspruch der Versammlung.
Das Schützenfest war wieder ein voller Erfolg. König wurde Hasso Engler mit der Königin Annelie Hellmich. Adjutantenpaare waren Edmund und Marlies Fritz sowie Gerd und Heidi Hinghaus. Die Krönung musstewegen Regen im Zelt stattfinden.
Das Kinderkönigspaar waren Frank Wentker und Martina Siebe.
Wolfgang Lüne wurde neuer Bierkönig.
Die Damen-Schießmannschaft gewann den Gemeindepokal und die Fußball-Mannschaft wurde zum zweiten Mal Pokalsieger beim Gemeindeturnier der Vereine.
Das Jahr 1980
Alle Vorstandsmitglieder wurden in der Generalversammlung wieder gewählt. In das neue Amt des 3. Vorsitzenden wurde einstimmig Ewald Kuhlmann gewählt.
Der Beitrag wurde wiederum um 2,- DM aufgestockt.
Unter dem Punkt „Verschiedenes“ kam es dann zu heftigen und lautstarken Diskussionen über die Frage, ob die als Mitglied geführten Schützenschwestern Schützenkönig werden können. Als es nach längerer Zeit zur Abstimmung kam, hatte man mehr Stimmen als anwesende Mitglieder. Eine geheime schriftliche Abstimmung ergab dann 20 Stimmen für einen weiblichen Schützenkönig und 14 Stimmen dagegen.
Der Beitrag wurde wiederum um 2,-- DM angehoben. Weil dafür in der Versammlung zunächst Unverständnis herrschte, musste mit einer Runde Schluck und Bier aus der Vereinskasse das Ganze wieder „egalisiert“ werden.
Auch in diesem Jahr sang der MGV „Eintracht„
auf dem Schützenball zu Ehren ihres Sangesbruders Hasso Engler wieder einige Lieder.
Bei einer Renovierung der Schützenhalle und der Schießstände hatte sich das Königspaar Hasso I. und Annelie I. in besonderem Maße verdient gemacht. Sie veranstalteten außerdem eine Planwagenfahrt durch das Münsterland, die für alle Teilnehmer zu einem feuchtfröhlichen Ereignis wurde.
Beim Fußball-Pokal-Turnier der Vereine gewann der Schützenverein Natrup-Hilter den Pokal zum 3. Mal in Reihe, der Vereinskasse blieb außerdem ein Überschuss von 900,- DM aus dieser Veranstaltung.
Beim Schützenfest meinte der Wettergott es am Sonnabend nicht so ganz gut mit uns, aber wir sind ja nicht verwöhnt. Am Sonntag hatten wir dann ein neues Königspaar: Robert Liescher und Christine Lindhorst. Jörg Görlich und Frauke Kersten bildeten das neue Kinderkönigspaar.
Auf einer Schützenversammlung wurde zum ersten Mal ein Seniorentreffen des Vereins vorgeschlagen . Der Vorschlag fand große Zustimmung.
Weil der Verein 1982 60 Jahre bestand, sollte bis dahin eine neue Fahne angeschafft werden.
Bierkönig wurde Ulrich Jutkuhn.
Das Jahr 1981
Bei der Generalversammlung brachten die Vorstandswahlen keine Veränderungen. Um der dauernden Diskussion um Beitragserhöhungen wenigstens für ein paar Jahre aus dem Wege zu gehen, wurde beschlossen, den Beitrag für 1981 um 2,-- DM und 1982 um weitere 3,-- DM auf endlich 30,-- DM zu erhöhen.
Das Fußballturnier brachte in diesem Jahr einen Überschuss von 1.500,- DM.
Damit das Geld nicht in der Kasse verschimmelte, wurde das Schussgeld angehoben: Für den König auf 500,- DM, für die Königin auf 300,- DM und der Bierkönig kriegt 100,- DM.
Die Schützendamen, inzwischen nannten sie sich selbst „Flintenweiber“, erklärten sich freiwillig bereit, beim Schützenfest die Kinderbelustigung zu übernehmen.
Beim Schützenfest schoss Wolfgang Lüne den Vogel ab und wählte sich Gerda Leuschner zur Königin. Zum Hofstaat gehörten Klaus und Christiane Krüger, Werner und Emmi Peters sowie Fritz und Waltraud Wulfekühler als Hofmarschallspaar.
Bierkönig wurde Bernhard Möllenkamp.
Das Jahr 1982
In der Generalversammlung wurden insbesondere die Sportschützinnen geehrt. Marga Lüne wurde in Borgloh beste Einzelschützin. Elfi Vorwald, Renate Hollenberg und Agnes Wechelmann gewannen in Hilter einen Pokal.
Um auch für die Sportschützen einen Anreiz zu schaffen, stiftete der Hofstaat eine „Beste-Mann-Kette“.
Martin Leuschner verabschiedete sich nach 13 Jahren als Sportleiter aus dem Vorstand. Als Dank des Vereins wurde er in das Offizierskorps aufgenommen. Sein Nachfolger wurde Gerd Hinghaus. Der Vorstand blieb sonst unverändert.
Weiter wurde beschlossen, nun auch eine „Beste-Mann-Kette“ für die Jugend zu schaffen, außerdem sollen alle ehemaligen noch lebenden und alle zukünftigen Königinnen eine Anstecknadel mit Krone und Jahreszahl bekommen.
Nach einem gut besuchten Schützenfest-Samstag begann der Sonntag mit dem Königskonzert in der Residenz von Wolfgang I. (Lüne). Hier konnten bereits unsere Gäste aus Delden begrüßt werden, die den Musikverein „AMICITIA“ mitgebracht hatten.
Nachmittags nahm dann der Gaupräsident Arnulf Dankwart Buchweitz mit „markigen Worten“ die Weihe der neuen Fahne im Beisein der Schützenvereine Delden, Hilter, Borgloh und Remsede vor.
Bedingt durch das Endspiel um die Fußball-Weltmeisterschaft war der Besuch des Jugendtanzes alles andere als gut.
Anders als in den Vorjahren fand das Kinderfest am Montag statt, das von der Damengruppe hervorragend vorbereitet war.
Nachdem sich bei den Schützen am Montag bereits zunehmend Nervosität zeigte, erlöste uns Fritz-Rudolf Künker um 16:58 Uhr durch den Königsschuss. Seine Tochter Gitta wurde Kinderkönigin, ihr Prinzgemahl wurde Thomas Behrenswerth. Fritz-Rudolf I. erwählte sich Irmtraud Blanke zur Königin. Des Weiterengehörten zum Hofstaat Hasso und Ingrid Engler, Robert und Marita Liescher und als Hofmarschallpaar Hartmut und Inge Steffen. Der Krönungsball verlief in typischer Natruper Gemütlichkeit.
Auch die Sportschützen waren wieder da. Die Damen-Mannschaft gewann den Gemeindepokal, insgesamt konnte die Saison mit 17 gewonnenen Pokalen abgeschlossen werden.
Ein weiterer Höhepunkt des Jahres war die so genannte„Teichfete“ auf dem Teichgelände Behrenswerth. Hier konnte ein Überschuss von 1.082,- DM für die Jugendkasse erwirtschaftet werden.
Fritz Wulfekühler wurde neuer Bierkönig und Martin Leuschner errang als bester Schütze der Saison die „Beste-Mann-Kette“.
Das Jahr 1983
In der Generalversammlung wurde eine neue Satzung einstimmig angenommen. Dem geschäftsführenden Vorstand gehörten nunmehr an:
· Vorsitzender: Willi Lüne;
· 1. Stellvertreter: Willi Hartmann;
· 2. Stellvertreter: Ewald Kuhlmann;
· Schriftführer: Hasso Engler;
· Kassierer: Walter Göhrlich;
· 2. Kassierer: Wilfried Schnur;
· Sportleiter: Gerd Hinghaus;
· Stellvertreter: Wilhelm Achelpohl;
· Jugendwartin: Ingrid Behrenswerth;
· Stellvertreter: Fritz Wulfekühler;
· Pressewart: Wilfried Lindhorst.
Das Schützenfest fand zum ersten Mal in Alu-Zelten der Fa. Deuker statt, was allgemein als Verbesserung begrüßt wurde. Die Schützenfesttage über herrschte eine sengende Hitze. Beim Königskonzert in Grebek drückte sich alles in den Schatten, für den aber gut vorgesorgt war. Es waren trotzdem ein paar herrliche Stunden, in denen u. a. die Zufahrt zur Residenz in „Münzallee“ umbenannt wurde.
Am Sonntag hatten wir dann ein neues Königspaar: Klaus Krüger und Elke Pellemeyer.
Als Kinderkönigspaar wurden Dirk Görlich und Heike Vennemann gekrönt.
Die „Heimatstunden“ am Montag waren wieder gut besucht. Unsere Damenriege trug dazu mit dem Tanz „Damen verkehrt“ bei.
Beim Bierkönigsschießen bekamen wir eine Königin: Marga Lüne schoss den Bieradler ab.
Das Jahr 1984
Bei der Vorstandswahl in der Generalversammlung traten Ingrid Behrenswerth als 1. Jugendwartin und Hasso Engler als 1. Schriftführer von ihren Ämtern zurück. Zu ihren Nachfolgern wurden Fritz Wulfekühler und Wilfried Lindhorst gewählt. Auf einer späteren Versammlung wurde Wolfgang Lüne als Nachfolger von Wilfried Lindhorst zum Pressewart gewählt.
Beim Schützenfest fand das Königskonzert vor dem festlich geschmückten Feuerwehrhaus in Hilter statt. Durch die Mitarbeit der Feuerwehrkameraden unseres Königs Klaus und seiner Nachbarn waren es bei herrlichem Sonnenschein ein paar schöne Stunden.
Beim Kreisschützenfest in Aschen, das zeitgleich mit unserem Schützenfest stattfand, konnte unser König Klaus die Kreiskönigswürde erringen und kehrte im Triumph unter dem Jubel der Schützen von dort zurück.
Am Montagabend wurden dann Norbert I. (Leuschner) und Annemarie I. (Leuschner) als neues Königspaar gekrönt.
Als Kinderkönigspaar konnten in diesem Jahr Sven Hollenberg und Sandra Ludewig gekrönt werden.
Peter Leuschner wurde Bierkönig 1984.
Mit einer großen Abordnung nahmen die Natruper wieder am Schützenfest in Delden teil.
Der Verein war in diesem Jahr Veranstalter des Schießens um den Bischof-Benno-Wanderpokal, der im Vorjahr nach Natrup gegangen war. Aus dem Schützenkreis Iburg nahmen über 100 Mannschaften daran teil.
Das Jahr 1985
Die Vorstandswahlen in der Generalversammlung ergaben nur Wiederwahlen, mit einer Ausnahme und einem neuen Namen im Vorstand: Norbert Wechelmann wurde 2. Sportleiter.
Der Kinderkönig wurde wieder auf der Vorfeier ausgeschossen. Jan Liescher schoss das letzte Stück ab und erkor sich Simone Behrenswerth zu seiner Königin.
Das Königskonzert fand bei hervorragendem Wetter in der Residenz des Königspaares am Asbrocker Weg in Hilter statt.
Am Schützenfestsonntag um 19:00 Uhr fiel dann der Adler. Unser Präsident Willi Lüne schoss ihn zum 2. Mal ab und wurde damit Kaiser Wilhelm I., zur Seite stand ihm wieder seine ehemalige Königin Irene Tepe, nunmehr Kaiserin Irene I.
Neuer Bierkönig wurde im Oktober Uwe Scheiper.
Das Jahr 1986
Auf der Jahreshauptversammlung bat der langjährige Festwirt Rudolf Weitzel um das Wort und erklärte: Das Haus Holtmann-Weitzel sei seit 64 Jahren als Vereins- und Festwirt des Schützenvereins Natrup-Hilter tätig, was wohl im gesamten Schützengau einmalig sei. Dass er in Zukunft nicht mehr als Festwirt tätig sein wolle, habe rein wirtschaftliche Gründe, da die Kosten von einem Familienbetrieb nicht mehr getragen werden könnten. Er wünsche dem Verein weiterhin Glück und Erfolg.
Die Festwirtschaft wurde daraufhin der Firma Deuker übertragen.
Bei den Vorstandswahlen war der Kassenwart Walter Görlich nicht mehr bereit, das Amt für weitere 2 Jahre zu führen. Er schlug deshalb vor, im nächsten Jahr neu zu wählen.
Neuer Sportleiter wurde Fritz Wulfekühler.
Auf der Schützenfest-Vorfeier schoss Ina Blanke das letzte Stück des Kinderadlers ab und wurde damit Natrups erste Königin aus eigener Kraft Zum Prinzgemahl erwählte sie sich Ulrich Künker. Zum Hofstaat gehörten Carsten Müseler, Nicole Gorniok, Markus Fischer, Nina Spiering, Andre Krüger und Bianca Lüne.
Das Kaiserkonzert bei Lünes verlief bei kalter Witterung im Beisein von Deldener Schützen nach gewohntem Programm. Für den Rumpf des Adlers zeigte am Sonntag noch niemand echtes Interesse.
Das Adlerschießen am Montag zog sich bis zum Abend hin. Eine Dreiviertelstunde vor der geplanten Zeit für die Krönung des neuen Königs hing der Rumpf des Adlers immer noch an der Stange und der Schießstand war wie leergefegt. Dann endlich schoss Willy Jostes ihn ab und die Krönung konnte mit einer Verspätung von 30 Minuten stattfinden. Königin wurde Hilde Rüter, zum Hofstaat gehörten weiter die Adjutantenpaare Werner und Lieselotte Witte sowie Frido und Hanna Ohmstede. Fritz Rüter und Erika Lindhorst übernahmen das Amt des Hofmarschalls.
Den anschließenden Königsball feierten die Schützen in ausgelassener Stimmung. Mit ihnen feierten 6 Chinesen, die Gäste einer Hilteraner Firma waren.
Erstmalig in der Vereinsgeschichte ermittelten im Herbst die Damen des Vereins eine Kaffeekönigin. Um den Kampf um das letzte Stück des Adlers gut überstehen zu können, hatten sich über 40 Frauen bei einer gemeinsamen Kaffeetafel gestärkt. Mit großem Elan gingen sie dann ans Werk. Doch der Vogel zeigte sich sehr hartnäckig. Bei Einbruch der Dämmerung gelang es dann Gerda Jostes, der Frau des amtierenden Königs, mit dem 270. Schussdes Tages den Rumpf abzuschießen. Die Nachbarn verschönerten anschließend die Residenz der Kaffeekönigin mit einem Kranz aus Filtertüten.
Bierkönig wurde Josef Holtkämper.
Das Jahr 1987
Bei den Regularien der Generalversammlung wollte Walter Görlich das Amt des Kassierers nur noch für ein Jahr übernehmen. Klaus Krüger wurde 2. Kassierer, sein früheres Amt als Beisitzer übernahm Heiner Holtkämper.
Als Konsequenz aus der Situation, dass man im Vorjahr fast keinen König bekommen hatte, wurde das gesamte Problemfeld des Königsschusses kritisch betrachtet, was dann auch zu einigen Änderungen führte. Das Schussgeld für den Königsschuss wurde erhöht, für den König auf 1.000,- DM, für die Königin auf 600,- DM. Vorgeschlagen wurde auch noch, das Königskonzert und das Quackeln in Zukunft im Festzelt durchzuführen. Dafür fand sich aber keine Mehrheit. Jedem König wurde es aber freigestellt, selbst zu entscheiden, wo er das Königskonzert durchführen will.
Das Schützenfest verlief bei gutem Wetter in gewohnter Weise. Das Königskonzert fand auf Wunsch des Königs im Festzelt statt.
Als neuen König konnten wir bereits am Schützenfest-Sonntag um 19:00 Uhr Heinz Temme begrüßen, der seinen Königsschuss stehend freihändig mit eigenem Gewehr abgab.
In den Heimatstunden am Montag wurden die Darbietungen unserer Aktiven, insbesondere der Damen mit Hanni Behrenswerth an der Spitze, begeistert gefeiert. Daran schloss sich ein von den Damen hervorragend organisiertes Kinderfest an.
Andre Krüger und Bianca Lüne wurden als neues Kinderkönigspaar gekrönt. Ihnen folgten am Abend König Heinz Temme mit seiner Königin Hildegard Ogrzal.
Beim Kaffeeköniginschießen im September errang Irene Tepe die Würde der Kaffeekönigin. Zum Jahr der Damen wurde das Ganze dann, als Gerhild Temme Bierkönigin wurde.
Beim Schießen waren die Damen ebenfalls sehr erfolgreich. Bei den Rundenwettkämpfen und dem Kreisköniginschießen kamen Marga Lüne, Bettina Altevogt, Renate Hollenberg und Agnes Wegmann in die engere Ausscheidung.
Das Jahr 1988
In der Generalversammlung stellten sich der 2. Vorsitzende Willi Hartmann, der 3. Vorsitzende Ewald Kuhlmann und der Kassierer Walter Görlich nicht wieder zur Wahl. Die Gründe waren ganz unterschiedlich, es wurde auch nicht viel dazu gesagt, aber irgendwie bahnten sich größere Veränderungen im Vorstand an.
Für Willi Hartmann wurde Norbert Wechelmann vorgeschlagen, aber der hatte keinen ausgebildeten Schießwart als Nachfolger und wollte sowieso erst ein Jahr später. Willi Hartmann blieb deshalb für ein weiteres Jahr im Amt. Walter Görlich wurde ebenfalls bekniet, noch ein Jahr weiterzumachen und Doris Striemer in dieser Zeit einzuarbeiten. Für Ewald Kuhlmann, der persönliche Gründe ins Feld führte, wurde Heinz Temme zum 3. Vorsitzenden gewählt. Der Beisitzer Heiner Holtkämper wurde an Stelle von Robert Liescher 2. Schriftführer und für ihn rückte Norbert Dieckmeyer als Beisitzer nach. Damit war der Vorstand wieder komplett.
Weil die Fahnenträger Heinrich Kammann und Heinz Krieg von ihren Ämtern zurücktraten, musste auch hier neu gewählt werden. Martin Leuschner war als 1. Fahnenbegleiter geblieben und bekam Heinz Mahnke und Werner Peters neu dazu. Heinrich Kammann, der die Fahne 39 Jahre lang getragen hatte, wurde zum Ehrenfahnenträger ernannt.
Das Schützenfest erhielt durch das 20-jährigeJubiläum der Verbindung zum Schützenverein Delden eine besondere Bedeutung. Unser Verein hatte dazu eine Jubiläumsmedaille gestiftet, die gemeinsam ausgeschossen wurde.
Die Deldener erschienen am Sonntag bereits zum Königskonzert beim König Heinz Temme. Es war dabei so heiß, dass jeder den Schatten suchte. Im weiteren Verlauf des Sonntags schoss Friedhelm Hollenberg den Adler ab und wurde neuer König. Sein Sohn Marc war bereits bei der Vorfeier Kinderkönig geworden.
Der Montag begann mit den gut besuchten Heimatstunden. Am Spätnachmittag wurde dann mit Marc Hollenberg und Christine Westmeyer das neue Kinderkönigspaar gekrönt. Ihnen folgten am Abend Friedhelm Hollenberg als neuer König und Brigitte Schwarzmann als Königin.
Bei dem Kaffeekönigin-Schießen und dem Bierkönigsschießen im September wurde Irene Künker neue Kaffeekönigin und Klaus Krüger neuer Bierkönig.
Bei einer Schützenversammlung am Ende des Jahres kündigte Präsident Willi Lüne an, im nächsten Jahr nicht wieder kandidieren zu wollen.
Das Jahr 1989
Die Vorstandswahlen in der Generalversammlung hatten folgende Ergebnisse:
· 1. Vorsitzender: Willi Lüne,
( nur für 1 Jahr );
· 2. Vorsitzender: Norbert Wechelmann;
· 1. Schriftführer: Wilfried Lindhorst;
· 1. Kassierer: Doris Striemer;
· 2. Sportleiter: Norbert Dieckmeyer;
· 2. Jugendwart: Marga Lüne;
· Beisitzer: Josef Holtkämper;
Wolfgang Böhnisch.
Beim Schützenfest wurde der Jugendtanz zum 1. Mal am Freitag durchgeführt. Damit hatte das Schützenfest jetzt 4 Festtage. Beim Jugendtanz war es aber so warm, dass viele Jugendliche sich draußen auf der Wiese lagerten und mitgebrachte Getränke verzehrten. Die Musik konnte man dort genauso guthören, nur die Kasse hatte nichts davon.
Beim Königskonzert am Sonntag schlug das Wetter ins Gegenteil um. Es musste, ganz gegen die Absicht des Königs, ins Festzelt verlegt werden. Am gleichen Tag schoss Wilfried Lindhorst den Adler ab. Der Versuch einer Disco am Sonntagabend war wenig erfolgreich.
Am Montag lief alles wieder normal. Die Heimatstunden brachten dem Verein ein volles Zelt. Beim Kinderhofstaat wurde wieder eine Königin gekrönt: Daniela Hoffrogge und Lars Stegmann als Prinzgemahl. Am Abend wurde Wilfried Lindhorst mit seiner Königin Marita Liescher gekrönt
Kaffeekönigin des Jahres wurde Marga Lüne, der Bierkönig hieß Gregor Bextermöller.
Zum Abschluss der Saison fand am 11.11. in der Schützenhalle ein kleiner Umtrunk statt, mit dem sich die „Hüttenwirte“ Bernhard und Hanni Kleine-Börger bei ihren Gästen bedankten, weil sie im nächsten Jahr nicht mehr weitermachen wollen.
Das Jahr 1990
Die Generalversammlung versprach spannend zu werden, denn es mussteein neuer Präsident gewählt werden und die Nachfolge war noch nicht klar.
Zuerst wurde Willi Lüne vorgeschlagen. Er lehnte aus Altersgründen und nach 30 Jahren im Vorstand ab.
Dann wurden Norbert Wechelmann und Fritz Wulfekühler vorgeschlagen. Nachdem beide abgelehnt hatten, wurde die Versammlung unterbrochen.
Nach der Unterbrechung wurde Norbert Wechelmann erneut vorgeschlagen und nahm die einstimmige Wahl an.
Die Arbeit des scheidenden Präsidenten Willi Lüne wurde noch einmal ausführlich gewürdigt und er wurde zum Ehrenpräsidenten vorgeschlagen. Die Versammlung stimmte diesem Vorschlag einstimmig zu.
Heinz Temme rückte vom 3. zum 2. Vorsitzenden auf. Ein neuer 3. Vorsitzender konnte nicht gefunden werden, der Ehrenpräsident übernahm zunächst dieses Amt.
Heiner Holtkämper gab das Amt des 2. Schriftführers ab, für ihn wurde Marita Liescher gewählt.
Die Festfolge des Schützenfestes blieb unverändert. Aufgrund der Erfahrungen des letzten Jahres wurde beim Jugendtanz bereits beim Betreten des Platzes kassiert. Wegen der kalten Witterung war die Beteiligung aber nicht groß. Das Königskonzert fand im Festzelt statt. Das Königspaar Wilfried Lindhorst und Marita Liescher hatte für eine neue, wunderschöne Dekoration gesorgt und thronte unter dem ebenfalls umgearbeiteten Baldachin.
Trotz des Endspiels um die Fußball-Weltmeisterschaft, die von Deutschland gewonnen wurde, fiel um 20:05 Uhr der Königsschuss durch Erich Koch.
Die Krönungen am Montag nahm der Ehrenpräsident vor, weil der Präsident mit im Hofstaat war. Der König Erich I. Koch hatte sich Bärbel I. Wechelmann zur Königin gewählt. Zum Hofstaat gehörten weiter Klaus und Christiane Krüger, Fritz und Waltraud Wulfekühler und als Hofmarschallpaar Norbert Wechelmann und Ursula Koch.
Vorher hatte die Kinderkrönung mit Björn Steffen und Christine Sittermann stattgefunden.
Im September wurden Ingrid Holtkämper Kaffeekönigin und Hartmut Steffen neuer Bierkönig.
Im Laufe des Jahres war der Schießstand so umgebaut worden, dass auf dem Luftgewehrstand ein ganzjähriges Schießen möglich wurde.
Das Jahr 1991
Bei den Vorstandswahlen in der Generalversammlung gab es mehrere Veränderungen: Agnes Wegmann wurde neue Pressewartin, Doris Striemer übernahm von Walter Görlich die Kassenführung, Fritz Wulfekühler wurde 1. Sportleiter und Waltraud Wulfekühler 1. Jugendwartin.
Weil Oberst Wilfried Blanke aus Gesundheitsgründen sein Amt zur Verfügung stellte, wurde Friedhelm Hollenberg sein Nachfolger. Wilfried Blanke wurde zum Ehrenoberst ernannt.
Das Schützenfest fand zum ersten Mal mit großem Erfolg unter der Bewirtschaftung durch die Arbeitsgemeinschaft Lepper /Recker statt.
Während der Vorfeier schoss Klaus Leuschner den Kinderadler ab und erwählte sich Katharina Sprick zur Königin.
Der Jugendtanz am Freitag war gut besucht, wobei sich die Absperrung eines Teiles des Platzes durch einen Bauzaun bewährte.
Das Königskonzert am Sonntag fand in Hilter auf dem Hof des Hauses Depker/Witte statt, ganz in der Nachbarschaft des Königs Erich Koch. Pünktlich zu Beginn hörte es auf zu regnen und beim Festzug am Nachmittag hatten wir herrliches Wetter.
Bereits am späten Nachmittag schoss Friedhelm Behrenswerth den Vogel von der Stange. Der Sonntag klang wiederum ohne Tanzveranstaltung aus.
Der Montag begann wieder mit den gut besuchten Heimatstunden, die allmählich zum Markenzeichen unseres Vereins geworden sind.
Die Krönungen nahm der Ehrenpräsident Willi Lüne vor. Zunächst Klaus Leuschner und Katharina Sprick als Kinderkönigspaar, später dann Friedhelm II. Behrenswerth und Hannelore I. Wortmann. Zu ihrem Hofstaat gehörten die Adjutantenpaare Manfred und Doris Striemer, Helmut und Annegret Ludewig sowie das Hofmarschallpaar Franz und Hildegard Asbrock.
Kaffeekönigin in diesem Jahr wurde Hanni Kleine-Börger und beim Bierkönigsschießen war Rainer Spielmeyer erfolgreich.
Das Jahr 1992
Der Schützenball im Januar war ein voller Erfolg. Zum letzten Mal fand er in den Räumen unseres Vereinswirtes Holtmann-Weitzel statt. Der Saal platzte aus allen Nähten, weil alle zum Abschied noch einmal dabei seinwollten. Der MGV „Eintracht“ Hilter brachte seinem Sangesbruder und König Friedhelm Behrenswerth ein Ständchen.
Weil es im rundum geschlossenen Luftgewehr-Schießstand trotzdem noch zu kalt war, stiftete der Hofstaat unseres Königs Friedhelm einen Heizofen und machte dadurch ein ganzjähriges Schießen möglich.
Der Termin unseres Schützenfestes fällt seit Jahren mit dem des Schützenvereins Aschen zusammen und beide Vereine sind dadurch geschädigt, deshalb wurde in der Jahreshauptversammlung eine Entzerrung der Termine beschlossen. Unser Schützenfest findet von nun an am 3. Sonntag im Juni statt.
Die Festwirtschaft des Schützenfestes wurde wiederum in die Hände der Arbeitsgemeinschaft Lepper/Recker vergeben, mit der bereits im Vorjahr alle gut zufrieden waren.
Trotz guter Kassenlage wurde eine Erhöhung des Jahresbeitrags von 35,- auf 40,- DM beschlossen und zwar einstimmig.
Weil die Gaststätte Holtmann-Weitzel verkauft ist und ihre Pforten schließt, brauchte der Verein eine neue Vereinswirtschaft. Einstimmig wurde dazu die Gaststätte Wacker auf der Stapelheide gewählt.
Im Vereinsbereich gibt es nunmehr auch keinen großen Saal mehr und es gab vorläufig keine Antwort auf die Frage, wohin man nach dem Schildumtragen und zum Schützenball gehen soll.
Ferner wurde beschlossen, dass Vereinsmitglieder zum Feiern das Schützenhaus mieten können, denn bei Holtmanns ist nichts mehr.
Der Präsident dankte am Ende der Hauptversammlung dem scheidenden Vereinswirt Rudolf Weitzel für die langen Jahre der Zusammenarbeit und überreichte ihm zur Erinnerung ein Ehrenpräsent.
Am 19. Juni begann dann unser Schützenfest.
Bereits beim Kinderschützenfest auf der Vorfeier konnten wir ein neues Königspaar begrüßen: Kai Hesse und Daniela Damme. Erstmalig wurden dabei auch von den „Flintenweibern“ Spiele für die Kinder durchgeführt, die mit viel Freude und guter Beteiligung angenommen wurden.
Das Königskonzert am Sonntag fand bei gutem Wetter und großer Beteiligung auf dem Hofe unseres Königs statt. Es war auch wieder großer Besuch aus Delden dabei. Das ergab zusammen mit dem Männergesangverein „Eintracht“ Hilter und dem Wanderverein aus Sentrup einen großartigen Festzug.
Gegen 17:00 Uhr hatten wir dann statt eines neuen Königs einen Kaiser. Heinrich Wechelmann hatte das letzte Stück des Adlers von der Stange geholt. Er wurde am Montag als Kaiser Heinrich mit seiner Frau Agnes als Königin gekrönt. Zum Hofstaat gehörten die Adjutantenpaare Erich und Ursula Koch sowie Willy und Gerda Jostes, dazu das Hofmarschallpaar Walter und Lisa Görlich.
Zum Ende des Jahres hin wurden Waltraud Wulfekühler Kaffeekönigin und Volker Wegmann Bierkönig.
Die Gaststätte Holtmann-Weitzel war verkauft und sollte von dem Verein für Heilpädagogische Hilfe zu einem Wohnheim für Behinderte umgebaut werden. Die sich daraus ergebenden Veränderungen erforderten noch in diesem Jahr eine Reihe von Entscheidungen für den Vorstand und den Verein.
Weil der bisherige Platz für das Festzelt mit verkauft war, wurde ein neuer Platz am Ende der 50m-Schießbahn gefunden. Um auch bei schlechtem Wetter trockenen Fußes dahin kommen zu können, wurde beschlossen, einen Weg vom Schützenhaus bis zum Zelteingang zu pflastern. Außerdem mussten neue Anschlüsse für Strom, Wasser und Abwasser gelegt werden.
Weiter wurde der Vorstand beauftragt, zur Durchführung der Schützenfestbewirtschaftung in Eigenregie des Vereins die erforderlichen Verhandlungen zu führen. In der vorausgegangenen Diskussion war dabei deutlich geworden, dass ein junger Vorstand auf dem Wege ist, den Verein aus traditionellen Gewohnheiten und Abhängigkeiten zu lösen und neue Wege zu gehen.
Ganz deutlich wurde das auch bei einer weiteren Entscheidung.
Es hatte sich bereits mehrfach, auch beim Seniorenkaffee und der Vermietung für Feste, gezeigt, dass das Schützenhaus für die augenblicklichen Ansprüche zu klein ist. Aus diesem Grunde hatte sich besonders unser Kaiser Heinrich Gedanken um eine Erweiterung gemacht. Er konnte dazu der Versammlung Vorschläge in Form von Skizzen und Überschlagsrechnungen vorlegen. Für eine Weiterführung der Vorbereitungen fand sich bereits bei der ersten Vorlage eine große Mehrheit.
Das Jahr 1993
Das Winterfest im Saal Schäffer/Krenzien war so gut besucht, dass der Saal durch eine geschickte Raumaufteilung gut besetzt war.
Die Generalversammlung fand zum ersten Mal beim Vereinswirt Reinhold Wacker statt. Hauptpunkt war die geplante Erweiterung des Schützenhauses. Heinrich Wechelmann als Initiator begründete zunächst die Notwendigkeit eines Anbaues. Nach dem Verkauf des Hauses Holtmann-Weitzel sei das SchützenHausder Mittelpunkt des Natruper geselligen Lebens geworden und dafür sei es einfach zu klein. Bei der Vermietung für Feiern habe sich gezeigt, dass die Toiletten als Außenanlagen im Sommer unpraktisch und im Winter unmöglich wären. Es fehlten auch eine kleine Küche und ein Raum, um Scheibenautomaten und anderes Gerät zu lagern.
Die Grundstücksfrage war mit Schulte-Uffelage geklärt, Bauzeichnung, Kostenanschlag und Finanzierungsplan auf der Basis großer Eigenleistungen wurden vorgelegt.
Nach langer und intensiver Diskussion gab die Versammlung der Planung grünes Licht und einstimmige Zustimmung bei 2 Enthaltungen. Die endgültige Fertigstellung wurde bis zum Schützenfest 1995 vorgesehen, so dass der Verein nach Erledigung der Außenarbeiten zum 75-jährigenJubiläum im Jahr 1997 eine repräsentative Schützenhausanlage vorzeigen kann.
In den Bau-Ausschuss wurde die Mitglieder
· Heinrich Wechelmann;
· Heinrich Fellhölter;
· Walter Görlich und
· Friedhelm Hollenberg
gewählt.
Das Schützenfest begann mit der Vorfeier am 13. Juni 1993. Das im Vorjahr zum ersten Mal veranstaltete „Spiel ohne Grenzen“ fand bei den Kindern wieder großen Anklang. Neuer Kinderkönig wurde Oliver Wegmann, er stellte auch gleich seine Kinderkönigin Anika Wechelmann vor.
Die Zeltfete am Freitag war schlecht besucht, außerdem gab es Handgreiflichkeiten unter Jugendlichen.
Das Königskonzert am Sonntag fand unter großer Beteiligung und bei bestem Wetter auf dem Hofe Wechelmann statt. Zu Ehren unseres Kaisers Heinrich, der nicht nur Initiator des Umbaus ist, sondern auch bei allen Arbeitsdiensten mit gutem Beispiel vorangegangen war, wurde der gepflasterte Weg vom Schützenhaus zum Zelt als „Kaiserweg“ mit einem Schild ausgezeichnet.
Der Königsschuss wurde bereits am Sonntagnachmittag von Bernhard Kleine-Börger abgegeben. Er nahm seine Frau Hanni zur Königin, die diese Würde bereits einmal 1972 innegehabt hatte und damit eigentlich „Kaiserin“ wurde.
Kaffeekönigin wurde am Ende des Schützenjahres Marga Lüne und Bierkönig Thomas Ogrzal.
Es war ein Jahr großer Aktivitäten gewesen, mit der Pflasterung des „Kaiserweges“, der Erweiterung der Damen-Toilette und dem Neubau eines Podiums für die Krönungen. Motor aller Aktivitäten war Heinrich Wechelman und er musste es im nächsten Jahr in noch größerem Ausmaße sein, denn nun sollte es erst richtig losgehen.
Das Jahr 1994
Das Jahr begann mit dem Schützenball wieder im Saal Schäffer/Krenzien. Aber die Beteiligung war geringer als im Vorjahr.
Ende Januar wurde die Baugenehmigung für die Erweiterung des Schützenhauses erteilt und trotz schlechten Wetters ging es mit den ersten Baggerarbeiten gleich los, denn man hatte sich vorgenommen, dass der Luftgewehrschießstand noch bis zum Schützenfest überdacht sein sollte.
Bei der Generalversammlung im März stellte sich der Ehrenpräsident Willi Lüne nicht wieder als 3. Vorsitzender zur Wiederwahl. Nach kurzem Hin und Her wurde Jörg Görlich einstimmig für dieses Amt gewählt.
Beim Kinderschützenfest im Rahmen der Vorfeier schoss ein Mädchen das letzte Stück vom Adler ab. Beatrice Warning wurde Königin und nahm sich Andreas Hüsing zum Prinzgemahl.
Das Schützenfest fand wieder im Juni statt, in einem neuen Aluminiumzelt. Am Sonnabend spielte die „Münchholzhausener Blaskapelle“ in großer Besetzung. Das Podium war vor der Stirnseite des Zeltes aufgebaut und das Wandbild dahinter passte genau dazu. Der Königsthron mit dem Baldachin war dafür an eine Längsseite gerückt. Die vorher durchgeführte Werbung für diese Kapelle zahlte sich durch ein volles Zelt wieder aus.
Beim Königskonzert am Sonntagmorgen war es trocken, aber ein bisschen zu kühl. Der anschließende Festumzug fand dann bei strahlender Sonne statt. Auf dem Festplatz wurde zum ersten Mal das neue Podium genutzt.
Um 19:00 Uhr schoss Walter Görlich das letzte Stück des Vogels ab und wurde damit König der Natruper Schützen. Zur Königin nahm er sich seine Frau Lisa. Josef und Erika Hoffrogge sowie Heinz und Gerhild Temme bildeten die Adjutantenpaare, ergänzt durch Fritz und Waltraud Wulfekühler als Hofmarschallpaar.
Beim Kaffeeköniginschießen war Renate Hollenberg erfolgreich, beim Bierkönigsschießen tat Martin Leuschner es ihr nach.
Weil während des gesamten Jahres an der Erweiterung des Schützenhauses gearbeitet wurde, war der Innenbereich am Jahresende so gut wie fertig. Es waren fast 60.000 DM verbaut worden. Die Spendenaktion unter den Mitgliedern hatte fast 10.000 DM erbracht. Am 21. Mai des nächsten Jahres sollte die offizielle Übergabe stattfinden.
Wieder war ein ereignisreiches Schützenjahr zu Ende, das den Verein weitergebracht hatte.
Das Jahr 1995
An der Generalversammlung nahmen 53 Mitglieder teil. Andreas Temme wurde als Beisitzer in den Vorstand gewählt; sonst gab es nur Wiederwahlen. Als neuer Hüttenwirt wurde Werner Hünefeld vorgestellt.
Bei der Erweiterung des Schützenhauses müssen jetzt die Außenarbeiten zum Abschluss gebracht werden, insbesondere die 3-Kammer-Kläranlage und die gärtnerischen Anlagen. Zur Pflege der Außenanlagen erklärten sich Hildegard Ogrzal und Marga Lüne bereit.
Die Eltern des Kinderhofstaates sorgten am 1. Osterfeiertag für ein großes Osterfeuer auf dem Schützenplatz, zu dem sich viele Schützen und auch Nichtschützen einfanden. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt und am Ende blieb ein ansehnlicher Betrag für das Baukonto übrig.
Am 21. Mai fand dann die offizielle Übergabe der neuen Räumlichkeiten im erweiterten Schützenhaus statt. Es war ein stolzer Tag für alle, die unermüdlich mitgeholfen hatten, denn Natrup hat wieder einen Mittelpunkt des öffentlichen und gesellschaftlichen Lebens. Die Erweiterung hatte insgesamt 87.000 DM gekostet, davon kamen 19.000 DM aus Spenden. Möglich gewesen war es nur durch eine Menge an Eigenleistungen, wie es sie bisher nicht gegeben hatte. Man kann den Wertzuwachs durch diese Erweiterung deshalb nicht nur in Geld und Quadratmetern messen, sondern es war auch ein Test auf den Zusammenhalt und die innere Stärke des Vereins. Die Aktiven durften stolz sein auf das Geleistete.
Das Schützenfest im Juni stand unter keinem guten Stern: Regen und Kälte bei der Zeltfete am Freitag; Umstellung und Verkürzung des Festzuges am Sonnabend wegen Regen; Verlegung des Königskonzertes in das Zelt, ebenfalls wegen unsicheren Wetters.
Trotzdem hatten wir am Sonntagabend einen neuen König. Der bisherige Hofmarschall Josef Hoffrogge schoss das letzte Stück des Adlers ab.
Am Montagnachmittag wurden Maik Holtkämper und Mareike Buschmeyer als neues Kinderkönigspaar gekrönt. Ihnen folgten am Abend die Erwachsenen mit Josef und Erika Hoffrogge als neue Majestäten, mit den Adjutantenpaaren Werner und Waltraud Stegmann, Herbert und Regina Rath und dem Hofmarschallpaar Karl-Heinz und Irmgard Werner.
Erstmals wurden das Kaffeekönigin- und Bierkönigsschießen an einem Tag durchgeführt. Eine Neuerung, die von allen begrüßt wurde und die dementsprechend gut besucht war. Bierkönig wurde Wolfgang Böhnisch, Kaffeekönigin Ursula Koch.
In der Adventszeit wurde das Schützenhaus zum ersten Mal durch einen von Heinz Krieg gestifteten Tannenbaum verschönert. Auch das kann als Zeichen dafür gelten, dass das Schützenhaus manches von dem ersetzt, was wir in den letzten Jahren in Natrup verloren hatten.
Das Jahr 1996
Weil der Saal Schäffer/Krenzien nicht benutzt werden konnte, fand der Schützenball in eigenen Räumen statt. Zusätzlich zu den bestehenden Räumen und dem Luftgewehrstand war ein beheiztes Zelt mit 120 qm aufgebaut. Mit dem Wetter haten wir Glück, denn die große Kälte kam erst später. Es war insgesamt ein rundes Fest. Die Organisation der Bewirtung lag wie beim Schützenfest in den bewährten Händen von Agnes Recker. Der Besuch und die Stimmung waren so gut, dass man beruhigt daran denken konnte, es im nächsten Jahr in dieser Form zu wiederholen.
In der Generalversammlung konnte unser Präsident einen Jahresbericht 1995 mit stolzen Ergebnissen erstatten.
Bei den Wahlen wurde Regina Rath für Marita Liescher zur 2. Schriftführerin gewählt. Weil Norbert Leuschner sich nicht wieder zur Verfügung stellte, wurde Wolfgang Lüne zum 1. Wachoffizier gewählt. In allen anderen Fällen erfolgte Wiederwahl.
Das nächste größere Ereignis war das Osterfeuer, das wiederum von den Eltern des Kinderhofstaats organisiert und durchgeführt wurde. Trotz ungünstiger Witterung war die Beteiligung gut, so dass ein nennenswerter Betrag übrig blieb.
Im Juni gings wieder an das Schützenfest. Bei der Zeltfete am Freitag fing es nicht gut an, wir hatten Regen und Kälte, wie fast schon üblich. Der Besuch war entsprechend.
Am Sonnabend spielte Franz Antengruber mit seinen Enzianern in einem gut gefüllten Zelt. Die Ausschmückung des Zeltes durch den Hofstaat wurde allgemein gelobt.
Das Königskonzert am Sonntag fand bei strahlendem Sonnenschein und entsprechenden Temperaturen im Garten unseres Königs Josef Hoffrogge statt. Er war zum Platzen voll.
Am Sonntagabend stand dann fest, dass wir das Jubiläumsjahr 1997 mit einem Kaiserpaar begehen würden. Unser Sportleiter Fritz Wulfekühler schoss zum 2. Mal den Adler ab und wurde damit Kaiser.
Am Nachmittag des Montags wurde zunächst Jan-Henrik Lüne mit Nicole Wechelmann als neues Kinderkönigspaar gekrönt.
Ihnen folgten am Abend ein glanzvolles Kaiserpaar. Fritz Wulfekühler nahm seine Frau Waltraud als echte Kaiserin mit auf den Thron. Zur Seite standen ihnen die Adjutantenpaare Erich und Ursula Koch, Friedhelm und Renate Hollenberg und als Hofmarschallinnen Inge Tienken und Hildegard Ogrzal.
Das Kaffeeköniginnen- und Bierkönigsschießen fand wieder gemeinsam statt. Brigitte Schwarzmann wurde Kaffeekönigin und Robert Liescher Bierkönig.
Am Ende des Jahres waren alle eingestellt und bereit auf das Jubiläumsjahr 1997 mit dem Kreisschützenfest in Natrup.
Das Winterfest wurde wiederum im SchützenHausmit einem angebauten Zelt gefeiert.
In der Jahreshauptversammlung wurden alle zur Wahl anstehenden Vorstandsmitglieder wieder gewählt.
Am Abend des 1. Osterfeiertages trafen sich die Schützen zum Osterfeuer auf dem Schützenplatz.
Das Schützenfest, ganz im Zeichen des bevorstehenden Kreisschützenfestes, begann mit der Vorfeier. Das Kinderkönigspaar konnte wieder eine große Schar Kinder zum Kinderschützenfest begrüßen. Das Kinderfest wurde, wie auch in den vergangenen Jahren, von den „Flintenweibern“ organisiert und durchgeführt. Beim Kinderkönigsschießen konnte Katrin Holtkämper die Königinnenwürde erringen. Zum Prinzgemahl wählte sie sich Alexander Hartmann. Nach dem Adlerschießen fand dann am gleichen Tag die Krönung des neuen Kinderkönigspaares statt. Die Vorfeier war damit ein gelungener Auftakt zum großen Fest.
In der folgenden Woche waren fast alle Natruper an den Vorbereitungen zum Kreisschützenfest beteiligt. Es wurde überall gekränzt und die Straßen wurden geschmückt. Auf der Stapelheide erhielt sogar jeder Laternenmast einen Birkenbusch.
Der Schützenfestsonnabend begann in diesem Jahr recht früh. Bereits am Nachmittag trafen sich die „Flintenweiber“, die Königswache und der Spielmannszug Hilter auf dem Hof Lüne. Kinderkönig Jan-Hendrik hatte eingeladen und zahlreiche Aktive nahmen diese Einladung gerne an. Anschließend ging es zum Festzelt, wo alle von Kaiser Fritz I. und Kaiserin Waltraud I. (Wulfekühler) zum Kaiserkonzert erwartet wurden. Bei musikalischer Unterhaltung durch die Hängemänner, den üblichen Beförderungen in der Wache und den Einlagen des Spielmannszuges und des Fanfarenzuges Hilter vergingen zwei gemütliche Stunden wie im Fluge.
Am Abend marschierte dann der Schützenzug von Wacker zunächst zur Kinderkönigin Nicole Wechelmann und wurde dort bewirtet.
Weiter ging es dann zum „Adlerfabrikanten“ Tepe, wo in diesem Jahr gleich zwei Adler abgeholt werden mussten. Auf dem Festplatz angekommen eröffnete dann das Kaiserpaar den Tanzabend.
Der Sonntag begann mit dem Eintreffen der Schützen aus unserer Partnerstadt Delden auf dem Schützenplatz. Zusammen mit den Natruper Schützen versammelten sie sich zunächst bei Wacker, um die Kutschen der Hofstaaten zum Antreteplatz auf dem Parkplatz der Firma Walter Rau zu geleiten.
Dort trafen sich zum 42. Kreisschützenfest des Schützenkreises Iburg mehr als 1.000 Schützen. Bevor sich der kilometerlange Zug in Richtung Festplatz in Bewegung setzte, hieß unser Präsident Norbert Wechelmann alle 21 Vereine herzlich willkommen. Als Schirmherr wünschte Bürgermeister Hans Bußmann dem Fest einen guten Verlauf. Einen Ehrenteller überreichte Kreispräsident Klaus Röttger. Er erinnerte daran, dass der Schützenverein Natrup-Hilter es gewesen sei, der den Grundstock für die SSG Röwekamp gelegt habe. Die Glückwünsche des Schützengaues überbrachte dessen Schatzmeister. Der Vorsitzende der Schützenvereinigung Delden wies auf die langjährige Freundschaft zwischen den beiden Vereinen hin.
Anschließend setzte der Zug sich in Bewegung. Voran das Gespann der Herforder Brauerei, dann die Kutschen und dahinter das Fußvolk. Es war ein großartiges Bild und durch die sehr gute Beteiligung der Vereine ein ganz, ganz langer Zug mit vielen Kapellen dazwischen. Als die Spitze bereits auf dem Moore war, befanden sich die letzten Vereine noch auf der Walter-Rau-Straße.
Auf dem Festplatz waren Theken aufgebaut, im Zelt war genügend Platz zum Kaffeetrinken. Die meisten Schützen aber sammelten sich bei gutem Wetter vor dem Schützenhaus, um dem Adlerschießen für den Kreiskönig zuzuschauen. Die Hochschießanlage hierfür war eigens aus Delden geholt worden, so dass jeder das Schießen mitverfolgen konnte. Im achten Durchgang schaffte es dann der König aus Glane, die richtige Stelle des Adlers zu treffen. Er konnte anschließend als neuer Kreiskönig 1997/98 gefeiert werden.
Als der große Trubel vorbei war, begannen noch am gleichen Tage die Natruper Schützen damit, ihren eigenen König auf der gleichen Anlage auszuschießen. Um 21:30 Uhr fasste Gerhild Temme den Entschluss, den Rumpf, das letzte Stück des Adlers, ´runterzuholen. Sie wurde damit die erste Königin aus eigener Kraft in der Geschichte des Natruper Schützenvereins.
Der Montag fing dann wie gewohnt mit den „Heimatstunden“ an. Durch das Vereinsjubiläum waren viele Ehrungen vorzunehmen. Weil auch das übrige Programm in übervoller Weise ablief, wurde das Sitzfleisch der Anwesenden sehr strapaziert. Weil es aber interessant war, hielten alle durch.
Die Kinderkrönung musste dann auch um eine halbe Stunde verschoben werden. Sie wurde zum ersten Male vom 3. Vorsitzenden Jörg Görlich vorgenommen, der die Sache bravourös meisterte.
Pünktlich fand die Krönung unserer neuen Königin statt. Danach eröffneten Gerhild und Heinz Temme den Königsball, der dann noch lange anhielt.
Das Schildumtragen am 12. Juli setzte dann den Schlusspunkt hinter ein großartiges Jubiläumsfest.
Beim gemeinsamen Bierkönigs- und Kaffeeköniginschießen am 4. Oktober wurde Wilfried Lindhorst Bierkönig und Marita Liescher Kaffeekönigin.
Damit hatte der Schützenverein Natrup-Hilter 75 Jahre hinter sich, gefüllt mit allem, was im menschlichen Leben vorkommt: Jubel und Ärger, Gemeinsamkeiten und Auseinandersetzungen. Trotzdem darf man sicher sein, dass die positiven Seiten immer die Überhand gehabt haben, denn sonst gäbe es ihn nicht mehr.